Täter soll polizeibekannt seinStaatsschutz ermittelt nach Anschlagsdrohung im ICE

Inmitten der Osterreisewelle bedroht ein Mann in einem vollen Zug die anderen Passagiere. Der Deutsche zündet Pyrotechnik und hat Waffen dabei. Ein Richter erlässt einen Haftbefehl. Es gibt Hinweise auf ein politisches Motiv.
Nach einer Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen hat der Staatsschutz der Polizei Bonn die Ermittlungen übernommen. Dies bestätigte eine Polizeisprecherin. Der Staatsschutz übernimmt vorwiegend Ermittlungen bei politisch motivierten Straftaten.
Ein Ermittlungsrichter in Aachen hat einen Haftbefehl gegen den 20-jährigen Verdächtigen erlassen. Er komme in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mit. Der Haftbefehl laute unter anderem auf den Verdacht des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.
Die Ermittlungen zum Motiv des Deutschen dauern demnach weiter an. Es gibt es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch "dem rechten Spektrum zuzuordnen" sei. Zudem gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Der genaue Hergang müsse noch ermittelt werden.
Im ICE von Aachen nach Frankfurt soll der Mann am Donnerstagabend zwei pyrotechnische Gegenstände gezündet und sich dann auf die Zugtoilette zurückgezogen haben. Andere Fahrgäste setzten ihn dort fest, Beamte der Bundespolizei nahmen den Mann am Siegburger Bahnhof fest. Der ICE wurde geräumt, mindestens zwölf Menschen wurden leicht verletzt.
Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper.