In der Nacht stranguliertStade-Mörder wird in Gefängnis tot aufgefunden

In Stade tötet ein 45-Jähriger sechs Menschen durch Schüsse. Die Polizei fasst ihn schnell und bringt ihn in Untersuchungshaft. Dort begeht der Mörder jetzt Suizid.
Der Mörder von Stade hat sich im Gefängnis selbst getötet. Das teilt das Innenministerium von Niedersachsen mit. "Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen aktuell nicht vor", sagt das Ministerium zum Unterausschuss "Justizvollzug und Straffälligenhilfe". Der Leichnam des sechsfachen Mörders wurde am Morgen gegen 6.05 Uhr von einem Haftanstaltsmitarbeiter aufgefunden. Das Ministerium erklärt weiter, eine von der Raumtemperatur abweichende Körpertemperatur sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr messbar gewesen.
Der 45-Jährige befand sich den Angaben zufolge in Einzelhaft. Ein Notarzt stellte den Tod um 6.29 Uhr fest. Der Häftling strangulierte sich. Wie genau das geschehen konnte, soll jetzt ermittelt werden. Weitere Angaben machte das Innenministerium bisher nicht.
Der 45-Jährige, der laut Behörden türkische Wurzeln hat, aber in Deutschland geboren wurde, schoss am 29. Juni in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade auf mehrere Menschen. Vier Frauen und zwei Männer, allesamt in der Jugendhilfe tätig, starben durch die Schüsse. Auslöser des tödlichen Vorfalls war ein Sorgerechtsstreit.
Der Mann, der zuletzt nahe Hannover wohnte, soll sein Kind geschüttelt haben, berichtete der "Focus". Die Staatsanwaltschaft bestätigte das nicht konkret, sprach aber von einem festgestellten Schütteltrauma beim Kind, das schließlich bei seiner Mutter bleiben durfte. Diese lebte bereits getrennt von dem Sechsfachmörder, der laut "Bild"-Zeitung zuvor in der Türkei dreimal verheiratet gewesen war.
Nach den Schüssen floh der Mann in einem Auto, das eine 64-jährige Frau, die Schwiegermutter von SPD-Politiker Deniz Kurku, gefahren haben soll. Polizisten schossen auf die Reifen des Wagens und nahmen die Insassen fest. Seitdem befand sich der 45 Jahre alte Verdächtige in Untersuchungshaft.
Der Türke durfte weder eine Waffe besitzen noch mit sich führen. Dennoch gelang es ihm wohl, eine Handfeuerwaffe samt Munition zu kaufen. Warnungen, dass der Mann gewalttätig werden könnte, habe es keine vor der Tat gegeben. Gleichwohl ist der 45-Jährige mehrfach aggressiv aufgefallen.