Panorama

Schwellenwert überschrittenStädte in NRW kämpfen mit hoher Dynamik

01.10.2020, 19:13 Uhr
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Köln liegt über dem ersten Corona-Schwellenwert. Das bedeutet Einschränkungen für Privatfeiern und Fußballspiele. (Foto: picture alliance/dpa)

Das Rheinland und Herzstücke des Ruhrgebiets entwickeln sich zu Pandemie-Hochburgen. Köln, Duisburg, Gelsenkirchen überschreiten bereits den kritischen Corona-Schwellenwert von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Auch Leverkusen und Essen kommen dem Grenzwert schon gefährlich nahe.

Mehrere nordrhein-westfälische Städte und auch ein Kreis liegen laut Robert-Koch-Institut über dem ersten Corona-Schwellenwert für Einschränkungen von Feiern in Gaststätten und Publikum bei Fußballspielen. Werte oberhalb der Marke von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wies das RKI für Köln (36,4), Duisburg (36,9), Gelsenkirchen (40,7) und den Oberbergischen Kreis (35,6) aus.

Andere Städte wie Bielefeld (30,6), Leverkusen (32,3) und Essen (30,5) lagen nach den jüngsten RKI-Daten in der Nähe des Schwellenwertes von 35. Remscheid (59,5) und Hamm (95,5) liegen nach der Übersicht mit Stand Mitternacht weiter über der Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In diesem Fall gelten noch striktere Vorgaben der Corona-Schutzverordnung.

Hamm, Remscheid, Gelsenkirchen, Köln und der Oberbergische Kreis gehörten schon im RKI-Lagebericht vom Mittwoch zu den 15 Gebieten mit den höchsten Werten in Deutschland. Bei den RKI-Zahlen kann es allerdings eine Zeitverzögerung durch den Meldeweg geben. Die Kommunen verfügen schneller über aktuelle Daten, und sie können damit möglicherweise schon wieder neuere Werte ausweisen als das RKI.

Meldepflicht für große Privatfeiern

Laut der am Morgen in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung des Landes gibt es Beschränkungen bei regionalen Corona-Ausbrüchen, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht werden: Ab einem Wert von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind Feiern in Gaststätten nur noch mit bis zu 50 Teilnehmern erlaubt. Bei einer Zahl von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner dürfen nur noch 25 Gäste feiern. Das hatten Bund und Länder am Dienstag vereinbart. In NRW soll es keine generellen Alkoholverbote wegen Corona geben.

Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen muss spätestens am Tag vorher fallen. Maßstab ist das Infektionsgeschehen. Ist ein Spiel für Samstag angesetzt, ist die Kennzahl vom Freitag maßgeblich. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen werden Zuschauer verboten.

Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen außerdem den Behörden gemeldet werden. Solche Feiern müssen mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angezeigt werden. Dabei gilt eine Höchstgrenze von 150 Gästen, allerdings nur, wenn der Schwellenwert noch nicht überschritten ist.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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