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Reparatur bis in späten Abend Strom in Berlin-Köpenick fließt wieder

Mehr als 30 Stunden müssen Tausende Haushalte im Berliner Stadtteil Köpenick ohne Strom auskommen. Erst am späten Abend ist der Stadtteil wieder komplett am Netz. Vattenfall hat den Schuldigen für die massive Störung bereits ausgemacht.

Schulen und Geschäfte zu, kalte Wohnungen, kein Telefon: Der großflächige Stromausfall in Berlin-Köpenick hat das öffentliche Leben dort erheblich eingeschränkt. An der Reparatur wurde bis in den späten Abend mit Hochdruck gearbeitet. Nach einem mehr als 30-stündigen Stromausfall war der Schaden schließlich behoben. Seit kurz nach 21.20 Uhr seien alle betroffenen Haushalte und Betriebe wieder am Netz, sagte Olaf Weidner von Stromnetz Berlin.

Ab etwa 18.30 Uhr hatte es eine Teilversorgung gegeben, mit der rund die Hälfte der mehr als 30.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe wieder versorgt werden konnten. Den Angaben des Berliner Stromnetz-Chefs Thomas Schäfer zufolge war der Stromausfall "nicht nur der längste, sondern auch der größte", den Berlin in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat, berichtete der "Tagesspiegel". Auch die Blockheizkraftwerke in Köpenick und Friedrichshagen waren vorübergehend vom Netz gegangen.

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Wie konnte es zu einem so großflächigen Blackout überhaupt kommen? Die Antwort liegt zwei Meter tief unter der Erde: Bei einer horizontalen Bohrung auf einer Baustelle an der Salvador-Allende-Brücke wurde nicht nur die Hauptleitung, sondern auch die Ersatzleitung beschädigt. Die Kabel verlaufen dort über die Brücke. Das sei immer ein Engpass, sagte Jürgen Schunk, Leiter des Krisenstabs von Stromnetz Berlin, dem RBB. "Das heißt, in diesem Bereich müssen, wenn andere Brücken nicht vorhanden sind, dann letztendlich auch Versorgungsleitungen in relativ engem Abstand geführt werden."

Die verantwortliche Firma habe sich vorab nicht über den Verlauf der Kabel informiert, sagte Vattenfall-Sprecherin Julia Klausch. Die Reparatur habe unter sehr beengten Bedingungen stattgefunden. Die Kabel mussten komplett erneuert werden. Die Baugrube habe nur Platz für vier bis sechs Arbeiter geboten. Es seien mehrere "unglückliche Komponenten" zusammen gekommen: "Es gab einen solchen Fall einfach noch nicht." Zwar habe Deutschland eine der sichersten Stromversorgungen weltweit, berichtete das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. "Dennoch sind aufgrund von Einzelereignissen wie gestern in Berlin auch länger andauernde Stromausfälle nicht ausgeschlossen."

Mehrere Schulen blieben geschlossen

Tausende Berliner mussten Dienstagnacht im Dunkeln und Kalten verbringen. Am heutigen Mittwoch öffneten fünf Schulen ihre Türen für betroffene Einwohner, die sich dort aufwärmen oder ihr Handy aufladen konnten. Eine Notversorgung mit Essen und Getränken könne aber nicht gewährleistet werden, teilte das Bezirksamt Treptow-Köpenick mit.

Die Köpenicker Altstadt war fast menschenleer, die meisten Läden und Restaurants waren dicht. Am Rathaus stand zudem ein Einsatzwagen des Arbeiter-Samariterbundes mit Internet- und Telefonanschluss bereit. Auch einige Straßenbahnen konnten nicht fahren. Die BVG richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die Verkehrsbetriebe vereinbarten mit der Feuerwehr: Hilfebedürftige Menschen, deren Telefone lahmgelegt sind, könnten sich an Busfahrer wenden - diese würden dann die Leitstelle der Feuerwehr informieren.

Wegen des Stromausfalls blieben nach Angaben des Bezirksamtes Schulen und Kitas in den Ortsteilen Bohnsdorf, Grünau, Köpenick, Müggelheim und Schmöckwitz geschlossen. Auch das Krankenhaus Köpenick liegt in dem betroffenen Gebiet. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk richteten eine zusätzliche Notstromversorgung ein.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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