Panorama

Iraker und Türke unter Verdacht Susanna wurde vergewaltigt und ermordet

Im Vermisstenfall Susanna bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen. Die 14-Jährige ist tot. Sie wurde von zwei Tätern vergewaltigt und ermordet, von denen einer noch auf der Flucht ist.

Bei der am Vortag gefundenen Leiche handelt es sich um die 14-jährige Susanna aus Mainz. Das teilte die Polizei in Wiesbaden mit. Das Mädchen wurde seit dem 22. Mai vermisst. An diesem Tag war sie mit Freunden in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs gewesen und abends nicht wie abgesprochen nach Hause zurückgekehrt. Die Ermittler haben inzwischen einen Verdächtigen festgenommen. Nach einem weiteren wird gefahndet.

Ein DNA-Abgleich habe eine hundertprozentige Übereinstimmung ergeben, sagte der Wiesbadener Oberstaatsanwalt Achim Toma. Die 14-Jährige starb nach ersten Erkenntnissen der Gerichtsmediziner durch Gewalteinwirkung gegen den Hals. Zuvor war sie offenbar vergewaltigt worden. Vermutlich starb sie bereits am Tag ihres Verschwindens.

Susannas sterbliche Überreste wurden nach dem Hinweis eines 13-jährigen Flüchtlings in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden-Erbenheim gefunden. Zuvor hatte es bereits anonyme Hinweise gegeben, die auf ein Verbrechen hindeuteten. Der Fundort der Leiche befindet sich in unmittelbarer Nähe einer eingleisigen Bahnstrecke mit dichtem Gebüsch an den Seiten. Der Körper war vergraben und mit Reisig bedeckt worden.

Eine Festnahme

Die Ermittler gehen Polizeipräsident Stefan Müller zufolge von zwei Beschuldigten aus. Einer sei ein 35-jähriger Türke, der inzwischen festgenommen wurde. Gegen ihn wurde bereits ein Haftbefehl beantragt. Der zweite mutmaßliche Täter ist ein 20-jähriger Iraker. Nach Ali Bashar, der mit seiner Familie in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft lebte, wird inzwischen international gefahndet.

Nach Polizeiangaben kannte das Mädchen einen Bruder des mutmaßlichen Täters aus dem Irak. Bashar war im Herbst 2015 mit seinen Eltern und fünf Geschwistern über Griechenland nach Deutschland gekommen. Sein Asylgesuch wurde im Dezember 2016 abgelehnt, gegen diesen Bescheid hatte der 20-Jährige geklagt.

Seit Februar 2018 war Ali Bashar mehrfach polizeilich auffällig geworden, unter anderem mit Schlägereien. Außerdem wurde ihm die Vergewaltigung einer Elfjährigen im März 2018 in einer Flüchtlingsunterkunft vorgeworfen. Keiner der Vorwürfe konnte allerdings soweit nachgewiesen werden, dass die Voraussetzungen für eine Festnahme gegeben waren.

Die Polizei bestätigte Berichte, wonach Bashar mit seiner gesamten Familie geflüchtet ist. Demnach flogen acht Personen am 2. Juni von Düsseldorf nach Istanbul und von dort weiter ins irakische Erbil. Die Tickets waren unter anderen Namen gebucht worden, als die Familie bei den deutschen Behörden verwendet hatte.

Quelle: n-tv.de, sba

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