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Mordfall Susanna Tatverdächtiger Iraker reiste legal aus

Im Fall der vergewaltigten und ermordeten Susanna verteidigen die Behörden ihr Vorgehen. Die bei der Ausreise des Verdächtigen vorgelegten Papiere seien echt und gültig gewesen, erklären Ministerium und Polizei.

Im Fall der ermordeten Susanna ist der Hauptverdächtige nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit gültigen Papieren ausgereist. Der 20-jährige Iraker habe gemeinsam mit seiner Familie Deutschland über den Flughafen Düsseldorf legal verlassen, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Die Gruppe habe sogenannte Laissez-passer-Papiere gehabt, die von der EU oder Deutschland ausgestellt würden, wenn kein gültiger Reisepass vorliege. Der Mann sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Fahndung ausgeschrieben gewesen.

Zuvor hatte bereits die Bundespolizei die Kontrollen bei der Ausreise des Irakers verteidigt. "Die vorgelegten Dokumente waren echt, gültig und berechtigten zur Ausreise", erklärte das Bundespolizeipräsidium in Potsdam.

Bei der Kontrolle in Düsseldorf legten die acht Familienmitglieder laut Bundespolizei irakische Ersatzdokumente sowie deutsche Aufenthaltsgestattungen vor. Ein Abgleich der Daten auf Pässen und Flugtickets sei derzeit rechtlich nicht möglich, erklärte die Behörde. Auf den Tickets nutzten der 20-Jährige und die anderen Familienmitglieder nach den bisherigen Ermittlungen im Mordfall Susanna andere Namen als auf ihren offiziellen Dokumenten.

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft hat sich der Mann mit seiner Familie ins irakische Erbil abgesetzt. Laut Auswärtigem Amt gibt es mit dem Irak kein generelles Auslieferungsabkommen. Eine Auslieferung sei aber in Einzelfällen möglich, sagte Ministeriumssprecherin Maria Adebahr in Berlin. Zu dem konkreten Fall könne sie aber nichts sagen.

Der Iraker wird verdächtigt, das 14 Jahre alte Mädchen Susanna vergewaltigt und getötet zu haben. Die Jugendliche aus Mainz war zuvor zwei Wochen lang vermisst worden. Am Mittwoch wurde schließlich die Leiche in einem Erdloch in Wiesbaden entdeckt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/AFP

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