Panorama

Inselstaat stoppt Rückholflüge Tausende Deutsche sitzen in Neuseeland fest

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Die neuseeländische Regierung hat deutsche Rückholflüge bis mindestens Monatsende untersagt.

(Foto: AP)

Zu Beginn der Woche schließt die deutsche Botschaft in Neuseeland einen Vertrag mit einer lokalen Airline, um Urlauber in die Heimat auszufliegen. Doch daraus wird vorerst nichts: Die Regierung des Inselstaats stoppt die Flüge. Mindestens 12.000 Deutsche sitzen fest.

Die Rückholaktion der Bundesregierung für die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandeten Deutschen ist in Neuseeland jäh unterbrochen worden. Der Inselstaat im Südwestpazifik hat vorerst sämtliche Evakuierungsflüge in den Rest der Welt gestoppt. Einer Sprecherin des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und Handel (MFAT) zufolge sind die Behörden des Landes angewiesen worden, bis 31. März einen Strategieplan für Rückführungsflüge zu entwickeln. Bis dahin solle keine Ausreise von Ausländern erfolgen.

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Durch den Flugstopp sitzen Tausende Deutsche auf der anderen Seite des Erdballs fest. Am Mittwochabend hatte die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Wellington auf Facebook mitgeteilt, dass sich mehr als 12.000 Deutsche in Neuseeland für das deutsche Rückführungsprogramm gemeldet haben. Darüber hinaus verkündete die Botschaft, dass sie zu Wochenbeginn mit der lokalen Fluggesellschaft Air New Zealand einen Vertrag für deutsche Rückführungsflüge von Auckland sowie Christchurch nach Frankfurt am Main geschlossen habe. Demnach war der erste Flug dieser Vereinbarung für den kommenden Samstag geplant - zeitlich nach einem ebenfalls vom Auswärtigen Amt gecharterten und von Auckland abgehenden Flug der Lufthansa.

Die Sprecherin des MFAT teilte nun mit, dass nur noch die Lufthansa-Maschine aufgrund einer Ausnahmegenehmigung das Land verlassen dürfe. Demnach soll eine Schülergruppe unter den Passagieren sein. Alle weiteren Flüge seien vorerst gestrichen.

"Gesundheitssystem nicht zusätzlich belasten"

Laut einem Facebook-Eintrag der deutschen Botschaft in Wellington vom Freitagmorgen (deutscher Zeit) "wurde die neuseeländische Polizei auf deutsche Staatsbürger aufmerksam gemacht, die zu Flughäfen reisen, um vorab vereinbarte Flüge für ihre Rückkehr nach Deutschland zu nehmen". Dies möchte die neuseeländische Regierung nun verhindern. Der MFAT-Sprecherin zufolge soll der angeordnete Strategieplan einen koordinierten Transport aller Urlauber ermöglichen und somit Gesundheitsrisiken deutlich minimieren. "Das neuseeländische Gesundheitssystem soll nicht zusätzlich belastet werden", erklärte sie.

Informationen von ntv zufolge haben sich viele Deutsche mittlerweile in Chats bei Diensten wie Whatsapp vernetzt, um gemeinsam die Rückreise in die Heimat zu koordinieren. Die Botschaft in Wellington räumte im jüngsten Facebook-Eintrag ein, dass sie aktuelle Reisemöglichkeiten in Neuseeland "derzeit nicht beurteilen" könne. Vorherigen Angaben zufolge rechnet sie mit insgesamt bis zu 15.000 deutschen und europäischen Ausreisewilligen.

Premierministerin Jacinda Ardern hatte am Mittwoch wegen der Coronavirus-Pandemie den nationalen Notstand für Neuseeland ausgerufen. Jüngsten Behördenangaben zufolge gibt es in dem Inselstaat nun 368 bestätigte Infektionen. Gestorben ist demnach an der Lungenkrankheit Covid-19 noch niemand.

Quelle: ntv.de