Panorama

Knapp 6000 Corona-Fälle gemeldet Teile Shanghais gehen früher in den Lockdown

280782472.jpg

In Shanghai wurden seit Montag 9,1 Millionen Corona-Tests durchgeführt. Wer sich weigerte, machte sich strafbar.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

In China greift die Omikron-Variante immer stärker um sich. Obwohl in der Metropole Shanghai bereits Stadtteile unter Lockdown stehen, steigt die Zahl der Neuinfektionen. Als Reaktion darauf werden weitere Bezirke früher abgeriegelt. Auch die Wirtschaft der Stadt kommt teils zum Erliegen.

Die chinesischen Behörden haben den Lockdown in der Wirtschaftsmetropole Shanghai angesichts rekordhoher Corona-Neuinfektionen zwei Tage früher als geplant ausgeweitet. Während damit in den östlichen Gebieten des Huangpu-Flusses bereits am Montag begonnen wurde, folgten am Mittwoch erste westliche Stadtteile, die eigentlich erst ab Freitag abgeriegelt werden sollten. Dort erhielten Shanghaier von ihren Wohnungskomitees die Mitteilung, dass sie ihre Häuser für die nächsten sieben Tage nicht verlassen dürfen. Zuvor war die Rekordzahl von knapp 6000 positiven Corona-Tests in der 26 Millionen Einwohner zählenden Metropole gemeldet worden.

"Wir werden das normale Leben bald wieder aufnehmen", hieß es in einer Mitteilung der Wohnungskommission. "Aber in der nächsten Zeit bitten wir alle, die Pandemie-Kontrollmaßnahmen genau einzuhalten, sich nicht zu versammeln und die Bewegung einzuschränken."

Der südwestliche Bezirk Minhang mit seinen mehr als 2,5 Millionen Einwohnern kündigte an, den öffentlichen Busverkehr bis zum 5. April einzustellen. Nach Behördenangaben wurden seit Montag 9,1 Millionen Corona-Tests vorgenommen. Wer sich nicht testen lässt, macht sich strafbar. Die Stadtverwaltung warnte auch, dass sie gegen jede Art von Preistreiberei vorgehen werde. Zuvor war es zu Hamsterkäufen gekommen, bei denen sich Menschen in Erwartung des Lockdowns mit Lebensmitteln und medizinischen Artikeln eingedeckt hatten. Zugleich wurde verkündet, dass in den nächsten vier Wochen die Desinfektion von Orten wie Bürogebäuden, Baustellen, Märkten und Schulen verstärkt wird.

Der Lockdown behindert auch die Autoproduktion in der Stadt. Die beiden großen Zulieferer Aptiv und Thyssenkrupp haben ebenso wie der Autobauer Tesla ihre Produktion angehalten. Zudem haben chinesische Unternehmen geplante Börsengänge gestoppt, bei denen mehr als neun Milliarden Dollar eingesammelt werden sollten.

Auf dem chinesischen Festland war die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen wesentlich höher als in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Dies ist die größte Fallwelle seit dem Jahr 2020 in Wuhan.

Die deutsche Wirtschaft befürchtet wegen des Shanghai-Lockdowns neue Probleme für die ohnehin schon angespannten Lieferketten. China ist seit 2016 der wichtigste Handelspartner Deutschlands: Zwischen beiden Ländern wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 245,4 Milliarden Euro gehandelt, 15,1 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. Mehr als 2000 deutsche Unternehmen sind in der Metropole aktiv.

Quelle: ntv.de, als/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen