Wirtschaft

Für vier Tage wegen Lockdown Tesla stoppt Produktion in Shanghai

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Bereits zuvor standen die Bänder des US-Elektroautobauers in Shanghai wegen der Corona-Maßnahmen still.

(Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

In Shanghai tritt der kurzfristig verhängte Lockdown in Kraft: Die Wohngebiete der Stadt sind abgeriegelt und für die Bewohner gilt eine strenge Homeoffice-Pflicht. Erste Unternehmen ziehen ihre Konsequenzen - Tesla legt seine Produktion in Chinas Wirtschaftsmetropole für einige Tage lahm.

Der US-Elektroautobauer unterbricht seine Produktion in Shanghai Insidern zufolge für vier Tage. Das sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mitarbeiter wie auch Zulieferer seien informiert worden. Tesla wollte keine Stellung nehmen. Mitte März standen die Bänder in Shanghai wegen der Corona-Beschränkungen in der Region bereits für zwei Tage still.

Der weiträumige Lockdown trat am frühen Montagmorgen in den östlichen und südlichen Stadtteilen der 26 Millionen Einwohner zählenden chinesischen Hafenstadt Shanghai in Kraft. Die unerwartete Ankündigung der Stadtregierung hatte am Sonntagabend zu Hamsterkäufen und langen Schlangen vor Supermärkten geführt. Mit der radikalen Maßnahme soll die Ausbreitung des Coronavirus gestoppt werden, wie die Stadtregierung berichtete.

Der Lockdown erfolgt in zwei Schritten: Bis Freitag müssen die Bewohner in Pudong und angrenzenden Stadtteilen wie Fengxian, Jinshan, Chongming und Teilen von Minhang zu Hause bleiben und werden getestet. Danach tritt ein ähnlicher Lockdown im älteren Teil der Metropole westlich des Huangpu-Flusses in Kraft, wo bis Montag getestet wird. Infizierte werden in Einrichtungen isoliert. Am Sonntag wurden in Shanghai 50 lokale Erkrankungen und 3450 asymptomatische Infektionen entdeckt, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Landesweit wurden 1219 lokale Infektionen und 5134 asymptomatische Fälle gemeldet.

Deutschland fürchtet Lieferengpässe

Außer Shanghai ist auch die nordostchinesische Provinz Jilin schwer betroffen. Der Lockdown in Shanghai war eine Überraschung, da am Vortag entsprechende Gerüchte noch dementiert worden waren. Wohngebiete werden abgeriegelt, doch sollen Nahrungsmittel und andere Waren durch Kurierdienste weiter geliefert werden können, wenn sie kontaktlos übergeben werden können. Öffentliche Verkehrsmittel, Fähren und Taxis haben den Verkehr eingestellt.

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Mit dem Lockdown von Shanghai dürften auch die Sorgen der deutschen Wirtschaft vor Material- und Lieferengpässen zunehmen. Schließlich ist China ihr mit Abstand wichtigster Handelspartner: Zwischen beiden Ländern wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 245,4 Milliarden Euro gehandelt und damit 15,1 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020.

China verfolgt eine Null-Covid-Strategie, die mit der Ankunft der sich leichter verbreitenden Omikron-Variante seit Anfang des Jahres auf eine harte Probe gestellt wird. Bis dahin hatten die Behörden erfolgreich mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung und Quarantäne kleinere Ausbrüche bekämpft. Das Leben in China lief seit fast zwei Jahren weitgehend normal, doch hat sich das Land zum Ausland abgeschottet.

Quelle: ntv.de, spl/rts/dpa/AFP

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