Panorama

Angekettet auf Hausdach Tierschützer besetzen Aachener Schlachthof

120000099.jpg

Einige der Aktivisten sind auf das Dach des Schlachthofs geklettert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie sitzen auf dem Dach, blockieren die Zufahrt und haben sich teilweise angekettet: Ein Schlachthof in Nordrhein-Westfalen wird von Tierschützern besetzt. Der Betrieb liegt lahm, die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Autonome Tierrechtsaktivisten haben einen Schlachthof in Düren bei Aachen besetzt und damit einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Etwa 30 bis 35 Aktivisten seien an der Besetzung beteiligt, sagte eine Polizeisprecherin. Fünf Aktivisten, die sich freiwillig wegbewegt hätten, seien in Gewahrsam genommen worden. Ihre Identität ist unklar, da sie ihre Fingerkuppen manipuliert haben, berichten die "Aachener Nachrichten".

*Datenschutz

"Zehn bis zwölf davon haben die Zufahrt blockiert und es befinden sich auch Personen auf dem Dach", so die Polizeisprecherin. Ein Teil der Besetzer habe sich angekettet. Der Schlachthofbetrieb sei vorübergehend eingestellt worden. Gegen mehrere Personen wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs erstattet.

Die Polizei versuchte nach eigenen Angaben, mit den Besetzern Kontakt aufzunehmen. In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben hieß es, die "autonome Gruppe" wende sich mit der Aktion gegen das "massenhafte Töten von fühlenden Wesen". Der Massenkonsum tierischer "Produkte" trage erheblich zur Klimakrise bei und verbrauche Unmengen an Wasser und Energie.

Die Besetzung begann laut Polizei in der Nacht. Laut den "Aachener Nachrichten" sind mehrere Hundertschaften, die Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Möglicherweise muss laut dem Bericht eine technische Einheit angefordert werden, um die Menschen vom Dach des Schlachthofes zu holen.

Auf Twitter rufen mehrere andere Tierschützer zur Unterstützung der Besetzer auf. Fotos zeigen sie vor dem Schlachthof mit Schildern, auf denen unter anderem "Ihr seid Helden, danke" zu lesen ist. Im Dezember 2017 hatten Aktivisten prekäre Zustände auf dem Hof aufgedeckt und entsprechende Videos mithilfe der ARD verbreitet. Als Reaktion waren damals Änderungen angekündigt worden.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

Mehr zum Thema