Panorama

Proteste gegen "Tierindustrie" Tönnies-Zentrale besetzt

Seit dem massiven Corona-Ausbruch am Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück steht der Fleischkonzern Tönnies stark in der Kritik. Inzwischen mehren sich Forderungen, den Betrieb komplett zu schließen. Demonstranten verleihen dieser Forderung nun Nachdruck.

Mehrere Mitglieder des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" haben in Rheda-Wiedenbrück den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies besetzt. 30 Aktivisten hätten am Samstagmorgen das Dach des Schlachthofes erklommen sowie die Hauptzufahrtsstraße blockiert, erklärte das Bündnis. Die Polizei in Bielefeld bestätigte einen Einsatz an dem Werk. Alles verlaufe "bislang friedlich", sagte ein Polizeisprecher.

Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes, der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war. Die Teilnehmer entrollten nach eigenen Angaben ein Transparent mit der Aufschrift "Shut down Tierindustrie" vom Dach des Werkes. Auf der Zufahrtsstraße hätten sich mehrere Menschen aneinandergekettet. Für 11.30 Uhr ist außerdem eine Kundgebung vor dem Schlachthof angemeldet, wie es in einer Pressemitteilung des Bündnisses heißt.

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Tönnies steht massiv unter Druck, nachdem es beim Fleischkonzern in Rheda-Wiedenbrück einen erheblichen Corona-Ausbruch gegeben hatte. Der Betrieb wurde geschlossen und ein erneuter Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verhängt. Die Fleischfabrik im Kreis Gütersloh bleibt vorerst bis zum 17. Juli geschlossen. Das teilten die Behörden am Freitag mit, nachdem sich am Donnerstag Vertreter mehrerer Behörden, des Landes sowie des Kreises getroffen hatten. Dieses Datum entspricht der für die Arbeiter vom Land angeordneten Quarantäne-Verfügung.

Der Mitteilung zufolge kann Tönnies auf Antrag einzelne Betriebsschließungen oder Betretungsverbote am Standort Rheda-Wiedenbrück auch vor Ablauf der neuen Frist aufheben lassen. Voraussetzung ist ein Konzept zum Gesundheits- und Arbeitsschutz, dass den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen entspricht. Am Montag soll über ein von Tönnies vorgelegtes Hygienekonzept für die Wiederaufnahme des Betriebs bei einem Abstimmungstermin beraten werden. Laut Stadt sind dabei Vertreter des Unternehmens und alle Fachbehörden eingebunden.

Quelle: ntv.de, sba/AFP