Panorama

Fremder betritt verbotene Zone Tourist mit Pfeilen von Ureinwohnern getötet

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Mit Pfeilen soll der US-Amerikaner getötet worden sein.

(Foto: REUTERS)

Auf einer kleinen Insel nahe Myanmar schottet sich ein indigener Stamm gegen die Außenwelt ab, zur Not mit Gewalt: Fremde Ankömmlinge werden angegriffen. Ein US-Tourist beschließt trotzdem, die Insel zu betreten - mit fatalen Folgen.

Auf den indischen Andamanen-Inseln haben indigene Ureinwohner einen US-amerikanischen Touristen mit Pfeilen getötet. Offenbar war der Mann dem kriegerischen Stamm zu nahe gekommen. Der Kontakt zu bestimmten Gruppen von Ureinwohnern in dem Inselparadies ist verboten. Seit Ende der 1990er-Jahre soll daher kein Außenstehender die Insel der Sentinelesen mehr betreten haben. John Chau wollte das Abenteuer trotzdem wagen und bezahlte mit seinem Leben.

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John Chau (l.) einige Tage vor seiner Reise nach Indien, die ein tragisches Ende nahm.

(Foto: AP)

Der 27-Jährige fuhr auf eigene Faust zu der abgelegenen Insel, auf der ihn die Sentinelesen sofort umzingelten und noch am Strand mit Pfeil und Bogen beschossen. Fischer, die Chau in die Nähe der Insel gebracht hatten, ehe er allein mit dem Kanu weiterfuhr, beobachteten den Angriff, flohen aber aus Angst vor den Kriegern.

Laut indischen Medien informierten sie in der Stadt Port Blair einen Priester über den Vorfall, der umgehend Chaus Familie in den USA kontaktierte. Die Küstenwache schickte einen Hubschrauber los, um den Leichnam zu suchen. Die Polizei vor Ort leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen Mordes gegen "unbekannte Stammesmitglieder ein". Sieben Tatverdächtige wurden festgenommen.

Fünf Kilometer Abstand um die Insel

Die Andamanen und Nikobaren gehören zu Indien und liegen westlich von Myanmar. Auf North Sentinel Island leben nur noch rund 150 Mitglieder des Stamms. Sie arbeiten als Fischer und Jäger und wollen keinen Kontakt zur Außenwelt. Um die Insel herum muss eigentlich ein Abstand von fünf Kilometern eingehalten werden.

In den Gewässern rund um die Insel wird illegal gefischt: Hier gibt es Schildkröten, Hummer und Seegurken. 2006 wurden zwei Fischer von den Bewohnern der Insel getötet. Die letzte wissenschaftliche Expedition in dieses Gebiet gab es Mitte der 1970er-Jahre. Zum Schutz des Volkes wird heute darauf verzichtet, da eingeschleppte Krankheiten den Stamm ausrotten könnten.

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Quelle: n-tv.de, agr/dpa