Panorama

Berliner Schule in der Kritik Trieb Mobbing Schülerin zum Selbstmord?

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(Foto: picture alliance / dpa)

Seit mehr als einem Jahr soll es an einer Berlin Grundschule schwere Fälle von Mobbing geben. Doch die Schulleitung greift anscheinend nicht ein. Eine Elfjährige scheint an dem Psychoterror zerbrochen zu sein.

In Berlin hat sich möglicherweise eine elfjährige Schülerin aufgrund schwerer Mobbing-Attacken das Leben genommen. Der "Tagesspiegel" berichtet, Mitschüler hätten die Fünftklässlerin wiederholt körperlich und verbal angegriffen. Vor wenigen Tagen habe das Mädchen einen schließlich einen Selbstmordversuch unternommen. Es starb später im Krankenhaus.

Das Mädchen ging laut "Tagesspiegel" in eine Schule im Bezirk Reinickendorf. Elternvertreter machen der Leitung der Einrichtung schwere Vorwürfe. "Seit mehr als einem Jahr gibt es massive Mobbingfälle an der Schule", kritisiert ein Vater in der Zeitung. "Es wurde immer wieder den Lehrern und der Schulleitung gegenüber angesprochen, vom Elternbeirat, aber auch von Müttern und Vätern, deren Kinder betroffen waren. Doch man hat alle Fälle einfach abgetan - nach dem Motto, das sei doch alles nicht so tragisch, oder die gemobbten Kinder seien ja auch nicht gerade Engel."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller reagierte erschüttert auf den Fall und versprach Aufklärung. "Ich bin sehr betroffen vom Tod der Schülerin", sagt er der Zeitung. "Die Schulverwaltung wird das genau untersuchen."

Ähnlich äußerte sich Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres. "Ich nehme alle Vorwürfe sehr ernst, und wir werden den Fall, wie andere Trauerfälle auch, umfassend aufarbeiten", sagte sie dem Blatt. Gewalt- und Krisenpsychologen seien in die Schule geschickt worden, um mit den Lehrern Trauermöglichkeiten auszuarbeiten.

Scheeres will dem Bericht zufolge sogenannte "Respekt Coaches" an Berlin Schulen schicken, um Mobbing vorzubeugen. Das Projekt sei vom Bundesfamilienministerium gestartet worden und werde mit 23 Millionen Euro gefördert. Es soll neben Prävention gegen Mobbing auch politischer Radikalisierung vorbeugen.

Rat und Nothilfe

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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