Panorama

Kritik an Urteilsaufhebung Trump will "Boston-Bomber" tot sehen

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Diese Zeichnung von Dschochar Zarnajew enstand 2015 während des Prozesses.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Berufungsgericht bewahrt Dschochar Zarnajew vor der Hinrichtung: Die Geschworenen waren nicht unvoreingenommen. Für US-Präsident Trump ein Skandal: "Selten hat jemand die Todesstrafe mehr als der Boston-Bomber verdient".

US-Präsident Donald Trump hat die Aufhebung des Todesurteils gegen den Attentäter von Boston, Dschochar Zarnajew, durch ein US-Berufungsgericht kritisiert. "Selten hat jemand die Todesstrafe mehr als der Boston-Bomber Dschochar Zarnajew verdient", schrieb Trump auf Twitter. "So viele Leben verloren und ruiniert."

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan Zarnajew, der kurze Zeit später bei einem Schusswechsel mit der Polizei starb, im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze gezündet. Drei Menschen wurden bei dem Attentat getötet und 260 verletzt.

Zarnajew hatte die Tat gestanden. Er sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado. Am Freitag wurde das Todesurteil gegen den gebürtigen Tschetschenen aufgehoben mit der Begründung, im Prozess sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen unvoreingenommen gegenüber Zarnajew seien. So soll einer der Geschworenen Zarnajew als "Abschaum" bezeichnet haben. Die Richter ordneten deshalb an, dass über das Strafmaß neu entschieden werden müsse.

Trump schrieb, die Regierung müsse erneut die Todesstrafe in einer Neuauflage des ursprünglichen Prozesses beantragen. "Unser Land kann die Entscheidung des Berufungsgerichts nicht stehen lassen", schrieb Trump.

Quelle: ntv.de, chr/dpa