Panorama

Staaten am Rand des Kollapses UN: Ebola ist weltweite Gefahr

Mittlerweile ist auch der UN-Sicherheitsrat alarmiert. Ebola sei eine "weltweite Gefahr für Frieden und Sicherheit", heißt es dort. Den Kampf gegen die Epidemie soll nun eine Sondereinheit aufnehmen.

Die Vereinten Nationen haben im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika eine Sondereinheit gegründet. Die UN-Mission für einen Notfall-Einsatz gegen Ebola (Unmeer) werde Helfer, Hilfsgüter und Gelder schnell zusammentragen, kündigte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor dem UN-Sicherheitsrat an.

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Der UN-Sicherheitsrat hatte sich bisher erst zwei Mal mit Krankeiten beschäftigt. Beide Male ging es um Aids.

(Foto: dpa)

Unmeer soll Helfer in die drei am schwersten betroffenen Staaten - Liberia, Sierra Leone und Guinea - entsenden. Der Einsatz werde fünf Prioritäten haben, sagte Ban: Den Ausbruch stoppen, die Erkrankten behandeln, die Grundversorgung sichern, die Stabilität gewährleisten und weitere Ausbrüche verhindern.

Ban erklärte die Seuche zu einer "weltweiten Gefahr für Frieden und Sicherheit". Die Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, warnte während der Sitzung, das exponentielle Wachstum der Fallzahl bringe die betroffenen Staaten an den Rand des Zusammenbruchs. Die Entwicklung sei inzwischen beispiellos. "Inzwischen entwickelt sich alles schneller als jemals zuvor."

Der Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft auf, wegen Ebola verhängte Reisebeschränkungen aufzuheben. Diese isolierten die betroffenen Länder nur noch stärker und stünden ihren Bemühungen im Kampf gegen die Krankheit im Weg.

Der Rat hatte sich in seiner Geschichte zuvor nur zweimal mit Gesundheitsnotfällen beschäftigt, in beiden Fällen war es dabei um Aids gegangen. "Die beispiellose Situation verlangt nach nie dagewesen Schritten, um Leben zu retten und Frieden und Sicherheit zu bewahren", sagte Ban. "Deswegen habe ich entschieden, eine UN-Sondermission für Gesundheitsnotfälle einzurichten."

Anstrengungen müssen vervielfacht werden

Außerdem werde weitaus mehr Hilfe der internationalen Gemeinschaft gebraucht, mahnte Ban. "Unsere bestmögliche Schätzung ist, dass wir die Anstrengungen verzwanzigfachen müssen." In den kommenden sechs Monaten würden eine Milliarde Dollar (etwa 775 Millionen Dollar) gebraucht.

"Einer der Hauptgründe, warum diese Epidemie sich so dramatisch verbreiten konnte, ist, dass wir im Kampf dagegen bislang nicht ausreichend zusammengearbeitet haben", sagte US-Botschafterin Samantha Power.

Unterdessen wurden in Guinea die Leichen von acht Mitgliedern einer Gruppe gefunden, die Ebola-Aufklärung im abgelegenen Südosten des Landes betreiben wollten. Die Toten seien in der Latrine eines Dorfes gefunden worden, sagte ein Regierungssprecher. "Drei von ihnen wurde die Kehle durchgeschnitten."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa