Panorama

Berichte über BootsunglückeUN-Organisation befürchtet mehr als 500 Tote vor Myanmar

16.07.2026, 14:04 Uhr
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Immer wieder verunglücken Flüchtlingsboote vor der Küste von Myanmar. (Archivbild) (Foto: picture alliance / Dar Yasin/AP/dpa)

Im Golf von Bengalen könnten bei zwei Bootsunglücken mehr als 500 Menschen gestorben sein. Dabei soll es sich vor allem um Rohingya aus Myanmar handeln. Doch gesicherte Informationen aus dem Land gibt es kaum.

In Südostasien werden bei zwei möglichen Flüchtlingskatastrophen mehr als 500 Menschen vermisst. Zwei Boote, die nach Angaben von Angehörigen von der Küste Myanmars in den Golf von Bengalen abgelegt haben, würden vermisst, berichten die UN-Organisation für Migration (IOM) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR).

"Es gibt bislang keine Berichte über Überlebende", sagte ein IOM-Sprecher. An Bord sollen überwiegend Rohingya gewesen sein - Angehörige der muslimischen Minderheit, die im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten drangsaliert wird.

Angaben über die Boote stammen von betroffenen Familien, Nachrichtenportalen und Hilfsgruppen, die die UN-Organisationen für glaubwürdig halten. Überprüfungen sind in Myanmar schwierig. Das Militär kontrolliert seit einem Putsch 2021 das Land, das von Konflikten mit Rebellengruppen erschüttert wird. Es sei möglich, dass Tragödien wie diese nie verifiziert werden können, sagte der IOM-Sprecher.

Die Organisation Rohingya Rights Watch befürchtet 530 Tote, darunter Frauen und Kinder. Sie macht ein organisiertes, internationales Menschenhandelsnetzwerk, das immer wieder Flüchtlinge in Lebensgefahr bringe, dafür verantwortlich. An Bord sollen auch Menschen aus dem riesigen Rohingya-Flüchtlingslager in Cox's Bazar in Bangladesch gewesen sein.

Berichte über Leichenfunde

Nach einem Bericht des Nachrichtenportals Rohingya Khobor soll ein Boot mit rund 250 Menschen an Bord unweit der Küste gekentert sein. Die Menschen sollen versucht haben, nach Malaysia zu flüchten - eine Überfahrt, die in gefährlichen Gewässern zwei Wochen dauern kann. Nach Angaben von Anwohnern seien Leichen an der Küste angespült worden, heißt es in dem Bericht des Nachrichtenportals. Unabhängig bestätigen ließen sich diese Informationen nicht.

Bei einem zweiten Boot mit rund 280 Menschen an Bord sei kurz nach dem Aufbruch der Kontakt abgebrochen, berichten IOM und UNHCR. Es soll den Angaben zufolge bereits am 8. Juli gesunken sein. Das Portal Action Against Rohingya Atrocities schreibt, dass Fischer vor der Küste zahlreiche Leichen im Meer gesehen hätten. Auch dies ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

"Auch wenn die Vorfälle und die Opferzahlen noch nicht offiziell bestätigt wurden, sind das UNHCR und die IOM zutiefst besorgt über den möglicherweise verheerenden Verlust an Menschenleben", teilten die Organisationen mit. Rohingya riskieren seit Jahren ihr Leben auf seeuntüchtigen Holzbooten. Sie fliehen vor der Gewalt in ihrer Heimat Myanmar sowie vor katastrophalen Bedingungen in überfüllten Flüchtlingslagern in Bangladesch. Ihr Ziel sind meist Länder wie Malaysia, Indonesien oder Thailand.

Quelle: ntv.de, kui/dpa/rts

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