Panorama

Polizei-Skandal in Richmond US-Cops wegen Sex mit Teenager angeklagt

Statt sie aus ihrer misslichen Situation zu befreien, missbrauchen etliche Polizisten eine minderjährige Prostituierte "für sexuelle Gefälligkeiten und Gelüste im Tausch mit monetären Zuwendungen".

Schon als Teenager schaffte Jasmine Abuslin als Prostituierte an und wurde deshalb Teil eines umfangreichen Polizei-Skandals. Nun hat die junge Frau aus Kalifornien etliche Polizisten aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia auf die Anklagebank gebracht, weil sie vor drei Jahren mehrmals Sex mit der damals 16-Jährigen gehabt haben sollen. Besonders pikant: Unter den Beschuldigten befinden sich sowohl der frühere als auch der amtierende Polizeichef.

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Jasmine Abuslin mit ihrem Anwalt John Burris.

(Foto: facebook/celeste guap)

Wie der britische "Independent" berichtet, behauptet die mittlerweile 19-jährige Frau, dass es im Richmond Police Department ein offenes Geheimnis gewesen sei, dass sie "für sexuelle Gefälligkeiten und Gelüste im Tausch mit monetären Zuwendungen, Schutz und anderen Gegenleistungen verfügbar wäre". Sie selbst bezeichnete sich als "Sexarbeiterin, die exklusiv dem Police Department zur Verfügung gestanden" hätte.

Im vergangenen Jahr hatte Abuslin die benachbarte Stadt Oakland verklagt, weil sie von den dortigen Polizisten schon im Alter von 16 Jahren zum "sexuellen Opfer gemacht und ausgenutzt" worden war. Manche bezahlten gar nicht, andere warnten sie rechtzeitig vor einer möglichen Razzia oder reichten ihr Alkohol oder Lebensmittel. Die Stadt einigte sich schließlich außergerichtlich mit der früheren Prostituierten und zahlte ihr eine stolze Summe Entschädigung: 989.000 US-Dollar.

Verletzlichkeit schändlich ausgenutzt

Den Polizisten aus Richmond könnten ihre sexuellen Ausschweifungen mit der damals noch Minderjährigen nun ebenfalls teuer zu stehen kommen. Gegen elf Polizeibedienstete wurden Disziplinarverfahren eingeleitet. In den Prozessakten wird Abuslin unter ihrem Rotlicht-Pseudonym "Celeste Guap" geführt. "Es ist unfassbar", sagt John Burris, Abulins Anwalt, vor Gericht: "Mädchen wie sie leiden oft unter einem psychologischen Defizit. Anstatt das zu beachten und ihr zu helfen, haben sie ihre Verletzlichkeit ausgenützt. Das ist der schändlichste Aspekt an diesem Fall."

Abuslin selbst sagte in einem Interview mit dem US-Sender CBS: "Politisch gesehen, ja, ist es eben passiert. Aber persönlich habe ich keine negativen Gefühle gegenüber den Polizisten. Zu dieser Zeit war ich glücklich, beschützt zu werden. Du weißt, diese Typen in Uniform. Das erste Mal haben wir uns getroffen, als ich am National Boulevard zusammengeschlagen wurde. Und die haben mich gerettet."

Ins Rollen kam der Sex-Skandal, als Abuslin einem Polizisten drohte, den Fall öffentlich zu machen. Daraufhin beging dieser Selbstmord und hinterließ einen Abschiedsbrief samt Geständnis.

Quelle: ntv.de, dsi