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"Harvey" sorgt für Chaos US-Stadt Houston drohen weitere Fluten

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Etwa 250 Fernstraßen in und um Houston sind wegen der Fluten geschlossen.

(Foto: REUTERS)

Überflutete Straßen, geschlossene Flughäfen und evakuierte Krankenhäuser - "Harvey" wütet in Houston. Das Nationale Hurrikanzentrum der USA spricht von "beispiellosen Überschwemmungen". Und es könnte noch schlimmer kommen.

In Houston, der viertgrößten Stadt der USA, ist der Flugbetrieb an den beiden wichtigsten Flughäfen zum Erliegen gekommen - darunter auch das vielbeflogene Luftverkehrsdrehkreuz George Bush Intercontinental Airport. Zwei Krankenhäuser mussten evakuiert werden. Schulen sind mindestens bis zum 5. September geschlossen.

Auch die wichtigsten Schnellstraßen sind von den Überschwemmungen betroffen. "Es ist verrückt", sagt Anwohner John Travis. "Die Straßen, auf denen du täglich fährst, sind vollständig unter Wasser." Etwa 250 Fernstraßen sind insgesamt geschlossen worden.

Pflegeheim wird überschwemmt

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Innerhalb von 15 Stunden wurden in Houston 56.000 Notrufe registriert - sieben Mal mehr als üblich. Die städtische Katastrophenschutzbehörde fordert die Einwohner auf, sich aufs Dach zu retten, wenn das oberste Stockwerk ihres Hauses nicht mehr sicher sei. Die Stadt bietet öffentliche Gebäude als Notunterkünfte für Menschen an, deren Häuser überflutet wurden. Viele Freiwillige helfen bei Rettungsaktionen mit, Behörden und Augenzeugen sprechen von einer überwältigenden Welle der Hilfsbereitschaft von Nachbarn und privaten Bootsbesitzern.

Wie dramatisch die Lage ist, drückte sich in einem Foto aus, das auf Twitter veröffentlicht wurde: Es zeigt mehrere Bewohner eines Pflegeheimes in Dickinson bei Houston, denen im Sitzen das Wasser mindestens bis zur Taille steht. Gepostet wurde es nach Medienberichten vom Schwiegersohn der Eigentümerin des Heimes, die es seiner Frau - ihrer Tochter - am Sonntagmorgen zugeschickt hatte, um Hilfe zu bekommen. Die Tochter, Kimberly McIntosh, sagte dem Sender CNN, die Aufnahme sei echt. Demnach wurden alle Senioren in dem Heim später von Nationalgardisten in Sicherheit gebracht.

Der Sender ABC zeigte Bilder eines Vaters und seines sechsjährigen Sohnes, die per Hubschrauber aus dem zweiten Stock ihres Hauses gerettet wurden. Beide trugen nur einen Rucksack bei sich. "Das ist alles was wir haben", sagte der Vater. "Wir danken Gott. Wir danken Gott."

Bis zu 125 Zentimeter Niederschlag erwartet

Der texanische Gouverneur Greg Abbott sagte, auch nach der Herabstufung von "Harvey" zu einem Tropensturm verschlimmere sich die Lage in den betroffenen Gebieten weiter. Die Zustände seien "schlecht und werden schlimmer", sagte Abbott am Sonntag dem US-Nachrichtensender Fox News.

Nach dem Abflauen des Sturms droht die Gefahr nicht mehr durch Windböen, sondern durch die massiven Regenfälle, die sich über Texas ergossen. Der Nationale Wetterdienst der USA gab am Sonntag eine dramatische Warnung heraus: Die Auswirkungen des Sturms seien "beispiellos" und überstiegen "alle Erwartungen". Die Bürger müssten allen Anordnungen der Behörden Folge leisten.

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Binnen 24 Stunden waren in Houston zuvor 60 Zentimeter Regen gefallen. Aber die Lage dürfte sich noch weiter verschlimmern: Nach jüngsten Vorhersagen von Meteorologen könnte es noch bis Donnerstag oder sogar Freitag heftig weiterregnen. Die Stadt muss sich dem Nationalen Wetterdienst zufolge im Laufe der Woche wahrscheinlich auf zusätzliche 100 bis 125 Zentimeter Niederschlag einstellen. In Houston leben etwa 2,3 Millionen Menschen, im Großraum Houston sind es 6,5 Millionen.

Rockport hat keine Infrastruktur mehr

"Harvey" hatte Texas am Freitagabend (Ortszeit) als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie erreicht. Es war der stärkste Wirbelsturm seit zwölf Jahren, der das US-Festland traf. Am Sonntag wurde ein dritter Todesfall bestätigt: Ein Frau starb in Houston, als sie sich auf einer überfluteten Straße aus ihrem Auto retten wollte.

Unterdessen gingen auch andernorts Evakuierungen weiter, so in Rockport, wo "Harvey" bei seiner Ankunft als zweitstärkster Hurrikan in den USA seit zwölf Jahren zahlreiche Häuser den Erdboden gleichgemacht hatte. In der Stadt mit rund 10. 000 Einwohnern, die mit schönen Stränden und künstlerischem Flair als eine Perle des Staates gilt, existiert praktisch keine Infrastruktur mehr. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Dennoch wollen viele bleiben - und so bald wie möglich mit dem Wiederaufbau anfangen.

Das Weiße Haus kündigte an, Präsident Trump werde am Dienstag die betroffenen Gebiete besuchen. Bei Twitter hatte Trump zuvor geschrieben, er werde erst nach Texas reisen, wenn dies "keine Störung" des Katastropheneinsatzes verursache. Der Schwerpunkt müsse "auf Leben und Sicherheit liegen".

Quelle: n-tv.de, ara/AFP/dpa

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