Notstand in 20 BundesstaatenÜber halbe Million US-Haushalte wegen Schneesturms ohne Strom

Ein "historischer Wintersturm" fegt über die USA. Millionen Menschen werden davon betroffen sein, sagt die Regierung. Während sich die Menschen in manchen Regionen noch auf viel Schnee und Eis einstellen, sind Tausende in anderen Landesteilen bereits ohne Strom.
Der heftige Wintersturm in den USA sorgt nicht nur für starke Schneefälle und ungewöhnlich niedrige Temperaturen, sondern auch für zahlreiche Stromausfälle. Landesweit sind derzeit mindestens 570.000 Haushalte ohne Strom, wie aus Angaben des Portals poweroutage.us hervorgeht. Stark betroffen sind demnach unter anderem die Bundesstaaten Mississippi, Louisiana und Texas.
Die texanischen Behörden versicherten zuvor, dass das Stromnetz in einem deutlich besseren Zustand sei als vor fünf Jahren, als während eines Wintersturms Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten waren und mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren. Das texanische Stromnetz sei "nie stärker, nie besser vorbereitet gewesen" und könne in dem Wintersturm ohne Weiteres bestehen, hatte der republikanische Gouverneur Greg Abbott am Donnerstag erklärt.
Mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung ist von dem Wintereinbruch beeinträchtigt, während der Sturm aus der Mitte der Vereinigten Staaten weiter in Richtung Osten zieht und im Laufe des Tages etwa New York erfassen soll. Aus dem Ort Crested Butte in Colorado, eine frühere Bergbausiedlung und heute ein beliebter Ort für Wintersport, meldete CNN ganze 58 Zentimeter Schnee. Aus Teilen von New Mexiko meldete der Sender rund 30 Zentimeter Schnee, aus Texas bis zu 15 Zentimeter.
Besonders gefährlich sei der gefrierende Regen, der in Teilen von Louisiana eine etwa zwei Zentimeter dicke Eisschicht hervorgebracht habe. "Die Auswirkungen von Schnee und Schneeregen werden bis weit in die nächste Woche hinein anhalten, wobei es immer wieder zu Vereisungen kommen wird", welche die Straßen und Gehwege gefährlich machten, warnte der Wetterdienst.
Gefühlt minus 35 Grad
Auch die niedrigen Temperaturen seien bedrohlich: So berichtete der Sender NBC News von gefühlten Temperaturen von minus 35 Grad Celsius in Teilen des Landes. Damit sei es ungewöhnlich kalt, selbst für diese Jahreszeit.
Angesichts des Schneesturms wurden 14.000 Flüge gestrichen, auch von der Lufthansa. Wie viele Verbindungen und Passagiere konkret betroffen sind, wurde bisher nicht bekannt. "Aufgrund des volatilen Prozesses und der sich kontinuierlich weiterentwickelnden Situation können wir aktuell keine verlässliche Zahl nennen", hieß es von der deutschen Airline. "Betroffene Fluggäste werden aktiv per E-Mail über die aktuelle Lage informiert."
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte am Freitag vor einem "historischen Wintersturm" gewarnt. US-Verkehrsminister Sean Duffy teilte mit, dass bis zu 240 Millionen US-Bürger von dem Sturm betroffen sein könnten. Mindestens 20 Bundesstaaten und die US-Hauptstadt Washington haben den Notstand ausgerufen.
In vielen Städten wurden Wärmestuben für Wohnungslose geöffnet. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die sich für den Wintersturm mit Lebensmitteln eindecken wollten.