Bibbern bei minus 45 GradUSA bereiten sich auf "schlimmsten Winter seit 40 Jahren" vor

Massig Schnee und "katastrophale Eismassen" werden am Wochenende in den USA erwartet. Airlines streichen Tausende Flüge, Kunden kaufen ganze Supermarktregale leer. In New York bekommt sogar die Müllabfuhr weitere Aufgaben, damit das öffentliche Leben nicht erliegt.
Die USA wappnen sich für einen drohenden extremen Wintersturm. In mindestens 16 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington wurde der Notstand ausgerufen, um Ressourcen und Einsatzkräfte zu mobilisieren. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem warnte auf X vor einem "historischen Wintersturm". Dieser dürfte mindestens 160 Millionen Menschen in bis zu 34 Bundesstaaten betreffen.
Der Nationale Wetterdienst (NWS) sagte für das Wochenende verbreitet starken Schneefall, Schneeregen und gefrierenden Regen in weiten Teilen der USA voraus. Medien sprachen deshalb von einem "Monstersturm". Die akute Unwetterlage soll bis mindestens Montag anhalten, gefolgt von einer Frostperiode und "katastrophalen Eismassen", so der NWS.
"Die kommenden zehn Wintertage werden in den Vereinigten Staaten die schlimmsten seit 40 Jahren sein", warnte der Meteorologe Ryan Maue auf X. Die Behörden erwarten massive Verkehrsbeeinträchtigungen und Stromausfälle durch extrem niedrige Temperaturen sowie starke Windböen. Schnee soll selbst in südlichen Bundesstaaten wie Texas und Louisiana fallen. Den Vorhersagen zufolge sind zunächst der Südwesten und zentrale Gebiete der USA betroffen, bevor der massive Wintereinbruch auch die dicht besiedelten Mittelatlantik-Bundesstaaten und andere Gebiete im Nordosten des Landes erreicht.
Die Auswirkungen des Sturms könnten nach Behördenangaben noch eine Woche andauern, insbesondere im Norden der Great Plains im Zentrum und in der Region Upper Midwest im Nordosten der USA. Dort könnte eisiger Wind für Temperaturen um minus 45 Grad sorgen. Solche Temperaturen können innerhalb weniger Minuten Erfrierungen, also ernsthafte Hautverletzungen, verursachen. In den Bundesstaaten Minnesota und den Dakotas sanken die gefühlten Temperaturen bereits auf minus 45 Grad Celsius.
In vielen Städten wurden Wärmestuben für Wohnungslose geöffnet. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die sich für den Wintersturm eindecken wollten. In Washington wurden am Freitag in mehreren Supermärkten Regale leer gekauft.
Nach Angaben der Website "Flightaware" wurden in den USA für das Wochenende bereits mehr als 7000 internationale und Inlandsflüge gestrichen, darunter viele von und nach Texas. Am Großflughafen Dallas-Fort Worth wurden Daten der Analysefirma Cirium zufolge für heute bereits rund zwei Drittel aller geplanten Abflüge gestrichen. Delta warnte vor allem in Ohio und Tennessee vor Ausfällen. Air India strich für Sonntag und Montag alle Flüge von und nach New York sowie Newark. American Airlines setzte dagegen kurzfristig zusätzliche Kapazitäten ein, um Reisende noch vor Eintreffen der Sturmfront aus dem Drehkreuz Dallas zu bringen.
Stromnetz "nie stärker, nie besser vorbereitet gewesen"
Die Behörden in Texas versicherten aber, dass das Stromnetz in einem besseren Zustand sei als vor fünf Jahren, als während eines Wintersturms Millionen Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Mehr als 200 Menschen waren durch den damaligen Wintersturm ums Leben gekommen. Das texanische Stromnetz sei "nie stärker, nie besser vorbereitet gewesen" und könne in dem bevorstehenden Wintersturm ohne Weiteres bestehen, hatte der republikanische Gouverneur Greg Abbott am Donnerstag erklärt.
Michael Webber von der University of Texas hielt dem entgegen, Eismassen könnten sich zu einem "großen Risiko" entwickeln, indem sie Bäume zum Umstürzen bringen, die wiederum Stromleitungen beschädigen könnten, sodass es dennoch zu Stromausfällen kommen könne.
Im Ostküsten-Staat New York rief Gouverneurin Kathy Hochul die Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. "Fünf oder sechs Minuten draußen könnten wortwörtlich gefährlich für Ihre Gesundheit sein", erklärte sie und rief zum achtsamen Gebrauch von Heizungen auf. Auch sollten die Menschen nach womöglich hilflosen Nachbarn sehen.
Für den neuen demokratischen New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani dürfte der Wintersturm seine erste Bewährungsprobe im Amt sein. Er nannte Online-Unterricht als eine Option während des Kälteeinbruchs, ordnete anders als andere Stadtverwaltungen aber keine Schulschließungen an. Mamdani kündigte zudem an, die städtische Müllabfuhr in den "größten Schneeräum-Einsatz der Nation" umzuwandeln, um der erwarteten Schneemassen Herr zu werden.