Panorama

Überraschende WendePrivat-Initiative darf Rettungsversuch für Ostsee-Wal starten - Aktion beginnt sofort

15.04.2026, 15:23 Uhr
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Der gestrandete Buckelwal liegt in einer Bucht der Ostseeinsel Poel. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit rund zwei Wochen liegt der kranke und geschwächte Wal vor der Ostseeinsel Poel. Zuvor war er bereits andernorts gestrandet. Experten halten es für das Beste, das Tier sterben zu lassen. Doch nun startet ein neues, spektakuläres Vorhaben.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hat einen neuen privaten Rettungsversuch für den vor der Insel Poel bei Wismar festliegenden Buckelwal erlaubt. Die zuständigen Behörden hätten ein von einer Initiative um einen Unternehmer und eine Unternehmerin vorgelegtes Konzept geprüft und abgesegnet, sagte Backhaus in Schwerin. Vorgesehen ist demnach eine schonende Walrettung mit Luftkissen und Pontons, um den Wal in die Nordsee oder bis in den Atlantik zu bringen. Der neue Rettungsversuch beginne sofort.

Die private Rettungsinitiative schicke zunächst Taucher ins Wasser, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. "Tierwohlstützende und leidlindernde Maßnahmen" sind demnach vorgesehen, sagte Backhaus weiter. Der Tauchgang soll demnach 17.30 Uhr beendet sein. Dabei soll auch der Untergrund untersucht werden.

Geplant ist laut Backhaus, dann bereits am morgigen Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus.

Die Verantwortung für das Projekt liege ausschließlich bei der privaten Initiative, teilte der SPD-Politiker mit. Die Behörden würden es aber begleiten und auf die Einhaltung tierschutz- und umweltschutzrechtlicher Vorgaben achten. Das Tier sei nach wochenlangem Aufenthalt und vier Strandungen in der Ostsee weiter "in schwierigem Zustand" und nach allen bekannten Informationen "sicher schwer krank". Er habe aber immer gesagt, dass nach allen gangbaren "Lösungen im Sinn des Tiers" gesucht werden solle.

Der Buckelwal war mehrere Wochen durch die Ostsee außerhalb seines angestammten Lebensraums geirrt und liegt inzwischen seit rund zwei Wochen vor der Insel Poel vor der mecklenburgischen Küste. Überlegungen, den Wal noch lebend zu bergen und in die Nordsee zu bringen, schlossen Experten zusammen mit Backhaus vor einigen Tagen eigentlich endgültig aus. Sie sahen keine realistischen Erfolgschancen dafür.

Mit dem am Dienstag und Mittwoch von der Initiative vorgelegten Plänen gebe es nun "eine neue Situation", sagte Backhaus. Das Konzept sei von Experten auf Behördenseite umfassend auf technische, veterinärmedizinische und tierschutzrechtliche Aspekte geprüft und nach einigen Nachbesserungen akzeptiert worden. Es sei mit den Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes vereinbar und stelle "eine Chance" dar. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen. Geplant und finanziert wird das Vorhaben den Angaben zufolge den Unternehmern Karin Walter-Mommert und Walter Gunz.

Quelle: ntv.de, gut/AFP/dpa

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