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Missbrauch in Bergisch Gladbach Unbekannte Täter könnten noch aktiv sein

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Denn die Verdächtigen hätten in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern kinderpornografische Fotos ausgetauscht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehrere Männer in Nordrhein-Westfalen sollen ihre eigenen Kinder missbraucht, mindestens zwei der Verdächtigen ihre Opfer untereinander sogar getauscht haben. Die Polizei geht davon aus, dass noch unbekannte Täter unvermindert weitermachen - und die Ermittlungen sich sogar ins Ausland ausweiten.

Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht immer weitere Kreise: Die Polizei befürchtet, dass noch unbekannte Täter nach wie vor aktiv sind. Mehr als 150 Ermittler arbeiten mit Hochdruck an der Auswertung der sichergestellten Daten, "um schnellstmöglich noch andauernden Kindesmissbrauch zu unterbinden", wie die federführende Kölner Polizei erklärte.

Die Dimension des Falls ist demnach noch nicht abzuschätzen. Aber es sei zu erwarten, dass die Ermittlungen sich auf andere Bundesländer und möglicherweise bis ins Ausland ausweiten. Deshalb sollten das Bundeskriminalamt (BKA) und alle Landeskriminalämter (LKA) in Telefonkonferenzen auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Bisher sind sechs Männer festgenommen worden. Die bislang bekannten neun Opfer sind zwischen unter einem und zehn Jahren alt - es handelt sich überwiegend um Kinder oder Stiefkinder der Verdächtigen. Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob hatte am Mittwoch gesagt, dass es wahrscheinlich noch mehr Opfer und Täter gebe. Denn die Verdächtigen hätten in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern kinderpornografische Fotos ausgetauscht.

Männer sollen Opfer getauscht haben

Mehrere der Festgenommenen sollen auch ihre Opfer untereinander getauscht haben. Es gebe "sehr deutliche Hinweise" darauf, "dass sich mindestens zwei der beschuldigten Männer die eigenen Kinder gegenseitig zugeführt haben", sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dem "Spiegel". Nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" geht dies aus der Aussage eines Verdächtigen aus Krefeld hervor.

Ausgangspunkt für die umfangreichen Ermittlungen waren große Datenmengen mit kinderpornografischem Inhalt, die Ende Oktober bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach gefunden wurden. Die Bilder auf dem Smartphone des Familienvaters zeigen laut Polizei schweren sexuellen Missbrauch. Durch Auswertung seines Handys kamen die Ermittler fünf weiteren Verdächtigen auf die Spur, vier stammen aus NRW, einer aus dem Raum Wiesbaden.

Hinweise schon vor einigen Monaten

Die mittlerweile sichergestellten riesigen Datenmengen werden nun zentral im Düsseldorfer LKA eingelesen. Eine spezielle Software prüft sie auf strafbaren Inhalt und gleicht etwa Bilder miteinander ab, wie ein Sprecher des Innenministeriums erläuterte. Die vorsortierten Daten würden dann den ermittelnden Polizeibehörden zur Verfügung gestellt. Die Sichtung der schrecklichen Fotos und Videos sei auch für die Ermittler psychisch sehr belastend. Deshalb hat die Kölner Polizei eine spezielle Betreuungsstelle für sie eingerichtet.

Auf einen der mutmaßlichen Täter aus dem Großraum Wesel soll es nach einem Bericht der "Rheinischen Post" schon vor einigen Monaten Hinweise gegeben haben. Entsprechende Akten habe die Polizei der Staatsanwaltschaft Kleve bereits am 10. Juni übergeben, festgenommen wurde der Soldat aber erst am 25. Oktober. Eine Hausdurchsuchung habe es in der Zwischenzeit bei dem Verdächtigen nicht gegeben. Die Staatsanwaltschaft Kleve wollte sich am Freitag nicht dazu äußern.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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