Panorama

NS-Symbole eigenmächtig entfernt Unbekannte schleifen Kirchenglocke ab

Von den NS-Symbolen fehlt auf der Glocke jede Spur.

Die NS-Symbole sind auf der Glocke nicht mehr zu erkennen.

(Foto: Lechler/Landeskirche Hannover)

Sie sorgt bundesweit für Aufsehen, nun wird sie "entschärft": Unbekannte Täter machen sich in Niedersachsen an einer Glocke zu schaffen, auf der sich NS-Inschrift und Hakenkreuz finden. Die Landeskirche prüft, wie mit der Sachbeschädigung umzugehen ist.

Unbekannte haben das Hakenkreuz und einen Teil der NS-Inschrift auf der Kirchenglocke im niedersächsischen Schweringen entfernt. Das hat die zuständige Landeskirche Hannover in einer Stellungnahme bestätigt. Zuvor hatte die ansässige Lokalzeitung "Die Harke" ein Bekennerschreiben veröffentlicht, das an der Kirchentür hinterlassen worden sein soll.

"Schweringen hat ein schmutziges, matschiges, nasses, kurz gesagt: ein extrem häßliches halbes Jahr hinter sich und es wurde Zeit, daß der Frühjahrsputz frischen Wind ins Dorf bringt", heißt es in dem Schreiben. "Wir haben Frühjahrsputz gemacht. Nicht nur das Dorf gereinigt, sondern auch die Glocke. Von Taubendreck, vom Dreck der Nationalsozialisten, der nach 80 Jahren noch drohte die Dorfbevölkerung zu spalten", schreiben die Unbekannten.

Die Täter seien am Abend des Gründonnerstags vermutlich mit einem Schlüssel in die Kirche gelangt, sagte der Pfarrer der Gemeinde, Jann-Axel Hellwege. Einbruchspuren habe es an dem Gebäude nicht gegeben. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers teilte mit, dass sie aktuell prüfe, wie mit der Sachbeschädigung der Glocke umzugehen sei. Zudem soll ein Sachverständiger untersuchen, inwieweit die Beschädigung den Klang der Glocke verändert hat.

Glocken-Streit auch in der Pfalz

Erst im März hatte der Gemeinderat beschlossen, dass die umstrittene Glocke auch in Zukunft im Kirchturm erklingen soll. Auch in der Pfalz hatte ein Geläut mit einem Hakenkreuz und der Inschrift "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler" für bundesweites Aufsehen gesorgt.

Das besagte Exemplar in Herxheim gehört seit 1934 zu der protestantischen Jakobskirche. Der alte Ortsbürgermeister musste im vergangenen September zurücktreten, nachdem er in einem Fernsehinterview gesagt hatte, die Gemeinde sei stolz auf die Glocke. Sie wurde zunächst stillgelegt.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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