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Massenhaft Kinder missbraucht Untersuchungsausschuss zu Lügde geplant

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Mehr als 40 Kinder sollen auf dem Campingplatz in Lügde über Jahre hinweg missbraucht worden sein.

(Foto: dpa)

Jahrelang werden auf einem Campingplatz Kinder missbraucht. Während die mutmaßlichen Täter vor Gericht müssen, will die Politik ein mögliches Polizeiversagen aufarbeiten. Nach den Grünen und der AfD stimmt auch die SPD für einen Untersuchungsausschuss - der damit rechnerisch möglich wäre.

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde soll mögliches Polizeiversagen in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aufgearbeitet werden. Die SPD als stärkste Oppositionsfraktion im nordrhein-westfälischen Landtag will einen entsprechenden Antrag stellen, allerdings erst wenn alle Anklagen gegen die drei Hauptbeschuldigten zugelassen sind. Diesen Vorratsbeschluss fasste die SPD-Fraktion in Düsseldorf, wie Fraktionschef Thomas Kutschaty erklärte. Das Gremium solle sich mit der Frage des "polizeilichen Versagens" beschäftigen, sagte er. Auch Grüne und AfD hatten sich schon für einen Untersuchungsausschuss ausgesprochen. Ohne die SPD-Fraktion würden sie aber nicht die notwendige Stimmenanzahl von mindestens 40 Abgeordneten erreichen.

Auf einem Campingplatz im lippischen Lügde soll ein 56 Jahre alter arbeitsloser Dauercamper mit einem 34-jährigen Komplizen über Jahre hinweg mehr als 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die Anklagen gegen den 56-Jährigen und einen dritten 49-jährigen Beschuldigten aus Stade in Niedersachsen liegen vor. Die Klageschrift gegen den 34-Jährigen wird noch erwartet. Seit Wochen werfen die Oppositionsparteien SPD und Grüne Innenminister Herbert Reul von der CDU vor, das Ausmaß des Missbrauchsfalls zu spät erkannt zu haben.

Kutschaty sagte, das Landgericht Detmold werde vermutlich kurzfristig über die Anklagen entscheiden, so dass der Antrag auf Einsetzung des Untersuchungsausschusses in der Juni-Plenarwoche gestellt werden könnte. Man könne dies erst beschließen, wenn die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgeschlossen seien.

Die AfD will noch in dieser Plenarwoche erneut einen eigenen Antrag für einen Lügde-Untersuchungsausschuss stellen. Mit einem ersten Antrag war die AfD bereits gescheitert. Ob die Fraktion sich dem SPD-Antrag im Juni anschließen werde, ließ AfD-Fraktionschef Markus Wagner offen. Er sagte, dem linken Teil der Opposition gehe es in erster Linie darum, der Landesregierung zu schaden. Dabei müssten vielmehr die strukturellen Defizite aufgearbeitet werden, die zu dem "multiplen Behördenversagen" geführt hätten.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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