Panorama

Reaktion auf Missbrauch in USA Vatikan empfindet "Scham und Bedauern"

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Papst Franziskus segnet ein Kruzifix für den Weltjugendtag in Panama.

(Foto: dpa)

Erneut muss sich die katholische Kirche zu Missbrauchsfällen in ihren eigenen Reihen äußern, dieses Mal in den USA. Doch der Vatikan findet ungewöhnlich deutliche Worte und stellt bei dieser Gelegenheit die Prioritäten des Papstes klar.

Nach der Veröffentlichung hunderter neuer Fälle von Kindesmissbrauch durch katholische Priester in den USA hat sich der Vatikan beschämt gezeigt. Es gebe nur zwei Worte: "Scham und Bedauern", erklärte die Kirche. "Die Opfer sollten wissen, dass der Papst an ihrer Seite ist." Laut einem am Dienstag veröffentlichten Untersuchungsbericht haben im US-Bundesstaat Pennsylvania mehr als 300 katholische Priester über Jahrzehnte hinweg über tausend Kinder sexuell missbraucht.

Die in dem Bericht der Staatsanwaltschaft angeführten Missbrauchsfälle seien "kriminell und moralisch verwerflich", erklärte Vatikan-Sprecher Greg Burke. Den Opfern seien ihr Stolz und ihr Glauben geraubt worden. Der Papst stehe an der Seite der Opfer, sie seien "seine Priorität". Die Kirche wolle ihnen zuhören und "harte Lehren" aus ihrer Vergangenheit ziehen. Sowohl die Täter als auch diejenigen, die den Missbrauch zuließen, müssten zur Rechenschaft gezogen werden, erklärte der Vatikan.

Der Untersuchungsbericht wurde nach zweijährigen Ermittlungen von einem Geschworenengremium des Bundesstaates Pennsylvania vorgelegt. Nach der Erklärung von Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Josh Shapiro geht es um sexuellen Missbrauch bis hin zu Vergewaltigung und gezielte Vertuschung. Die Vorwürfe erstrecken sich auf sechs der acht Diözesen in Pennsylvania. Etwa 1000 Opfer seien bisher identifiziert worden. Fast alle der aufgezählten Fälle seien jedoch mittlerweile verjährt, heißt es in dem Bericht. Zudem seien die meisten Verantwortlichen bereits verstorben. Lediglich gegen zwei Priester konnte Anklage erhoben werden.

"Große Demütigung" für Kirche

Shapiro sprach vom bisher umfassendsten in den USA veröffentlichten Bericht zu Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche. Er kommt mehr als 15 Jahre, nachdem in Boston die Geschehnisse um den Priester John Geoghan für einen Skandal gesorgt hatten. Auch hatte die Kirchenführung versucht, unter massiven Vertuschungsaktionen die Geschehnisse weitestgehend unter der Decke zu halten. Der Bischof von Pittsburgh (Pennsylvania), David Zubik, bestritt dagegen eine systematische Vertuschung. Jedoch entschuldigte er sich für die Geschehnisse. Der Erzbischof von Washington und frühere Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Donald Wuerl, hatte bereits zu Wochenbeginn in einem Brief an den Klerus davor gewarnt, der Bericht werde "grundlegend erschreckend" sein.

Zu dem Bericht haben auch eine halbe Million Dokumente beigetragen, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten worden waren. Die Ermittler in Pennsylvania hatten sich mit juristischem Druck Zugang verschafft. Mehrere der identifizierten Geistlichen hatten sich gegen die Veröffentlichung ihres Namens gewehrt, was die Publikation des Berichts verzögert hat. Insgesamt stehen mehr als 400 Priester unter Verdacht. Darunter sind nach Angaben von Shapiro auch hochrangige Kirchenvertreter.

Papst Franziskus trifft sich regelmäßig mit Opfern sexueller Übergriffe durch Geistliche. Er hat Missbrauchsskandale in der Vergangenheit als "große Demütigung" für die katholische Kirche bezeichnet.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP/dpa

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