Panorama

Auffällige Anzeigen und PreiseVerdacht auf Kinderhandel bei Vinted - französische Justiz ermittelt

27.06.2026, 11:33 Uhr
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Auf der Plattform Vinted werden vor allem gebrauchte Kleidung und Schuhe verkauft. (Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Wertlose Spielsachen für extrem hohe Preise schüren in Frankreich die Sorge, auf einem Secondhand-Portal könnten Jungen und Mädchen angeboten werden. Die Staatsanwaltschaft geht den Spekulationen nach.

Nach Gerüchten über Kinderhandel beim Secondhand-Onlinehändler Vinted hat die französische Justiz Ermittlungen zu den verdächtigen Angeboten eingeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft in Nanterre westlich von Paris bestätigte, wird das Vorermittlungsverfahren von einer Abteilung geführt, die auf die Untersuchung von Straftaten gegen Kinder spezialisiert ist.

In Online-Netzwerken war in zahlreichen Videos und Beiträgen zuletzt der Verdacht geäußert worden, dass auf Vinted Kinder verkauft würden. Auslöser der Spekulationen waren Anzeigen für Spielsachen oder andere Artikel von geringem Wert, die zu extrem hohen Preisen angeboten wurden und zudem Alters- und Größenangaben enthielten, die denen kleiner Kinder entsprechen könnten. Für einige Artikel wurden vierstellige Preise aufgerufen und in der Beschreibung wurde auf das Alter, die Körper- oder die Kleidergröße von Kindern Bezug genommen.

Vor allem auf Tiktok ging das Thema viral. "Schaut euch das an, angeblich eine Harry-Potter-Figur für 30.000 Euro", sagt etwa ein Nutzer in einem Video, das seit Mitte Juni mehr als 112.000 Likes erhalten hat. Nicht nur der Preis werfe "viele Fragen auf", sondern auch die angegebene Größe von 1,58 Meter und das Alter von 13 Jahren. Es könne sich um ein "verschlüsseltes System" für Kinderhandel handeln.

Die französische Kinderbeauftragte Sarah El Haïry hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, sie habe den Behörden Konten gemeldet, "die im Verdacht stehen, in Kinderhandel auf Vinted verwickelt zu sein". Die Staatsanwaltschaft machte bisher keine Angaben dazu, ob sich der Verdacht in einem oder mehreren Fällen bestätigt hat. Verkäufer, auf deren Anzeigen auf Vinted sich die Spekulationen bezogen, erklärten auf Anfrage, sie würden tatsächlich Spielzeug verkaufen.

Vinted sieht keine Hinweise

Vinted erklärte auf Anfrage, dem Unternehmen seien die Anzeigen bekannt. Bei Untersuchungen habe es aber "keine Hinweise" auf Verbindungen zu Kinderhandel gefunden. Die Altersangabe bei einigen Anzeigen beziehe sich auf die Zielgruppe, für die das Spielzeug gedacht sei. Die hohen Preise könnten ein Hinweis auf "echten Sammlerwert", aber auch "Provokation oder Verhandlungstaktik" sein.

Vinted erklärte, es dulde "keine unangemessenen Inhalte" und schreite ein, sobald ein verdächtiges Angebot entdeckt werde. Bei Bedarf arbeite das Unternehmen dabei auch mit der Polizei zusammen. Auf Vinted werden vor allem gebrauchte Kleidung und Schuhe ver- und gekauft. Frankreich ist für das Unternehmen mit Sitz in Litauen ein wichtiger Markt.

Quelle: ntv.de, chl/AFP

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