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Bergung der Überreste der abgestürzten Passagiermaschine bei Moskau.
Bergung der Überreste der abgestürzten Passagiermaschine bei Moskau.(Foto: imago/ITAR-TASS)
Dienstag, 26. Juni 2018

Antonow-Unglück bei Moskau: Vereiste Sensoren ließen Flugzeug abstürzen

Der tödliche Absturz einer Antonow-Maschine bei Moskau ist vier Monate später geklärt. Die Besatzungsmitglieder schalten im Februar ein Heizsystem nicht an. Ihr Fehler setzt eine Reihe von unglücklichen Folgereaktionen in Gang.

Der Flugzeugabsturz einer russischen Passagiermaschine mit 71 Todesopfern im Februar in der Nähe von Moskau ist durch Fehler der Besatzung ausgelöst worden. Das teilte das zuständige russische Luftfahrtkomitee (IAC) mit. Die Luftfahrtexperten hätten den Verlauf des Fluges "Sekunde für Sekunde" nachverfolgt und so den Ursprungsverdacht bestätigt.

Demnach hatte die Auswertung der Flugschreiber ergeben, dass die Piloten vor dem Start das Heizsystem der Geschwindigkeitsmesser nicht eingeschaltet hatten. Die vereisten Sensoren hätten dann falsche Daten über die Fluggeschwindigkeit gesendet, erklärte das IAC. Der Autopilot sei daraufhin ausgeschaltet worden und das Flugzeug unkontrollierbar geworden.

Das Linienflugzeug vom Typ Antonow An-148 der russischen Fluggesellschaft Saratow Airlines war am 11. Februar auf dem Weg zur Ural-Stadt Orsk kurz nach dem Start in Moskau im 70 Kilometer entfernten Bezirk Ramenski abgestürzt. Alle 65 Passagiere und die sechs Besatzungsmitglieder an Bord kamen dabei ums Leben.

In Russland kommt es immer wieder zu Flugzeugabstürzen. Verantwortlich sind neben Pilotenfehlern und schlechtem Wetter oftmals auch der Einsatz von alten, schlecht gewarteten Maschinen. Im Dezember 2016 waren beim Absturz einer in Sotschi gestarteten russischen Militärmaschine 92 Menschen ums Leben gekommen, darunter 64 Mitglieder des berühmten Chors der Roten Armee.

Quelle: n-tv.de