Abgemagert und mit SchusswundeVermisste Atommitarbeiterin wird tot aufgefunden

In den USA verschwinden oder sterben in den vergangenen Jahren mehrere Personen mit Verbindungen zu US-Verteidigungs- und Atomprogrammen. Zu ihnen gehört auch Melissa Casias, die seit 2025 vermisst wird. Nun wird ihre Leiche gefunden.
Eine Mitarbeiterin des Los Alamos National Laboratory, die seit dem vergangenen Jahr vermisst wurde, ist in New Mexico tot aufgefunden worden. Der Polizei zufolge wurde die Leiche von Melissa Casias von einem Wanderer in einem abgelegenen Teil des Carson National Forest gefunden. Die 54-Jährige war zuletzt am 26. Juni 2025 gesehen worden.
Der ehemalige Mordermittler Thomas McNally, der im Auftrag der Familie das Verschwinden von Casias untersuchte, sagte der britischen "Daily Mail", die "skelettierte" Leiche sei an einen Baum gelehnt gewesen - in der Nähe lag eine Waffe. Der tote Körper sei bis auf eine Schusswunde am Schädel unversehrt gewesen. Die Feststellung der Todesursache ist nun Gegenstand von Untersuchungen.
Der Ermittler ist fest davon überzeugt, dass die Frau einem Verbrechen zum Opfer fiel - und deutete an, dass ihre verzweifelte Familie eine Zivilklage gegen die Staatspolizei von New Mexico einreichen wird, weil diese den Fall angeblich verpfuscht habe.
Daten gelöscht
Casias arbeitete als Verwaltungsassistentin im Los Alamos National Laboratory, das während des Zweiten Weltkriegs für das bahnbrechende Manhattan-Projekt gegründet wurde und seitdem eng mit der US-amerikanischen Atomwaffenforschung verbunden ist.
Am Tag ihres Verschwindens löschte Casias alle Aufzeichnungen von ihren Telefonen und ließ sie dann zusammen mit ihren Ausweispapieren in ihrem Haus in Ranchos de Taos, einer abgelegenen Gemeinde gut 100 Kilometer nordöstlich von Santa Fe, zurück. Sie setzte ihren Ehemann Mark, ebenfalls ein Mitarbeiter von Los Alamos, an der Einrichtung ab. Angeblich behauptete sie, sie habe ihren Ausweis vergessen und müsse nach Hause zurückkehren.
Die 19-jährige Tochter des Paares traf ihre Mutter noch einmal, als sie ihr ein Sandwich machte und sagte, sie wolle von zu Hause arbeiten. Zuletzt wurde Casias gegen 14.20 Uhr Ortszeit gesehen, als sie allein auf der State Road 518 in östlicher Richtung unterwegs war, etwa fünf Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. McNally vermutete, dass Casias "vor jemandem floh", als sie verschwand.
In einer Erklärung, die der Nachrichtensender KRQE aus New Mexico nach der Bergung ihrer sterblichen Überreste veröffentlichte, sagte Casias' Familie: "Es werden noch weitere Informationen folgen, aber wir können Ihnen jetzt schon sagen, dass sie in einem Gebiet gefunden wurde, das zuvor durchsucht worden war." Die Familie beabsichtige "weiterhin nach Antworten und Gerechtigkeit zu suchen".
Casias ist nur eine von mehreren Personen mit Verbindungen zu US-Verteidigungs- und Atomprogrammen, die in den zurückliegenden Jahren verschwunden oder plötzlich gestorben sind. Einige dieser Todesfälle wurden als Selbstmorde eingestuft oder sind anderweitig eindeutig erklärbar. Doch die Fälle insgesamt haben eine Welle von Spekulationen und Verschwörungstheorien im Internet ausgelöst.