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Vertrauensverhältnis zerrüttet Verteidiger im Lübcke-Prozess ist abberufen

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Stephan Ernsts bisheriger Pflichtverteidiger Frank Hannig soll nun durch einen neuen Pflichtverteidiger ersetzt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Juni 2019 wird Walter Lübcke vor seinem Haus erschossen. Im Mordprozess am Frankfurter Oberlandesgericht entscheidet sich der Hauptangeklagte nun dazu, seinen Verteidiger zu entpflichten. Der Grund ist das nachhaltig erschütterte Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Männern.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist einer der beiden Anwälte des Hauptangeklagten Stephan Ernst entpflichtet worden. Das Oberlandesgericht Frankfurt gab einen entsprechenden Beschluss bekannt. Die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen Ernst und seinem Pflichtverteidiger Frank Hannig sei nachvollziehbar, so das Gericht.

Ernst wurde in dem Verfahren bislang von zwei Verteidigern vertreten. Der Kölner Anwalt Mustafa Kaplan hatte am Vortag beantragt, den bisherigen Pflichtverteidiger Frank Hannig zu entpflichten und erklärt, das Vertrauensverhältnis seines Mandanten zu dem Anwalt sei dauerhaft zerstört. Ernst widerrufe auch alle Vollmachten und Genehmigungen, die er Hannig unterschrieben habe, ergänzte Kaplan.

Anlass für den Konflikt waren mehrere nicht abgesprochene Beweisanträge, die Hannig am Montag eingebracht hatte. Darin wollte der Anwalt die Vernehmung weiterer Zeugen erreichen, die womöglich ebenfalls am Tatort waren. Auch einen Einbruch im Kasseler Regierungspräsidium, bei dem Akten verschwunden seien, wollte er untersuchen lassen. Der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel hatte daraufhin erklärt, er müsse sich angesichts der Anträge Gedanken machen, ob Ernst eine wirksame Verteidigung habe.

Hannig hatte vor rund einem Jahr die Verteidigung E.s übernommen. Er soll nun durch einen neuen Pflichtverteidiger ersetzt werden. Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden. Der Angeklagte soll ihn aus rechtsextremen Motiven getötet haben. Neben E. ist Markus H. als mutmaßlicher Komplize angeklagt.

Quelle: ntv.de, jru/dpa/AFP