Panorama

Inferno von Crans-MontanaBar-Besitzer wehrt sich: "Alles hat den Vorschriften entsprochen"

02.01.2026, 17:44 Uhr
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Das Foto zeigt, wie die Decke Feuer fängt. (Foto: X/Worldsource24)

Während Angehörige nach dem Brandunglück im Schweizer Skiort Crans-Montana um die Toten trauern und Verletzte um ihr Leben kämpfen, scheint die Ursache gefunden. Zugleich werden Vorwürfe gegen die Besitzer der betroffenen Bar laut. Sie widersprechen.

Nach dem verheerenden Brand in einer Bar in der Schweiz mit bislang 40 Toten werden erste Vorwürfe gegen die Besitzer des Lokals laut. Ein Schweizer Newsportal schreibt unter Berufung auf Fotos vom Brandort, dass der Akustik-Dämmschutz an der Decke der Bar in Crans-Montana aus simplem Kunststoff gewesen und für "Profi-Lokale nicht zugelassen" sei.

Darüber hinaus steht im Raum, dass es vor dem Lokal zu lasche Einlasskontrollen gab. Ein junger Mann aus Italien sagte dem "Spiegel", dass es für Minderjährige üblicherweise kein Problem gewesen sei, in die Bar zu kommen. Oft habe der Türsteher bei Gruppen nur den Ausweis einer einzelnen Person kontrolliert und dann gleich alle hereingewunken.

Ein 13-Jähriger sagte dem Bericht zufolge Ähnliches: Bei der Dorfjugend sei es kein Geheimnis, dass die Alterskontrolle der Bar lasch sei. Die meisten Schwerverletzten des Brandunglücks sind zwischen 16 und 26 Jahren alt.

"Dreimal kontrolliert"

Die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, sagte, die Inhaber seien bereits verhört worden, die Staatsanwaltschaft habe aber noch keine Ermittlungen gegen sie eingeleitet. Dabei handelt es sich um das ursprünglich aus Korsika stammende Ehepaar Jacques und Jessica Moretti. Die 40-jährige Wirtin war beim Unglück vor Ort und erlitt eine Brandwunde am Arm.

Der 49-jährige Wirt äußerte sich am zweiten Tag nach der Katastrophe erstmals öffentlich. Längere Interviews lehnte er den Angaben zufolge ab. Bekannt sind zwei kurze Stellungnahmen: "Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht", sagte er dem Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten. In der französischsprachigen Zeitung "Tribune de Genève" betonte er, dass der Betrieb in den vergangenen zehn Jahren "dreimal kontrolliert" worden sei: "Alles im Lokal hat den Vorschriften entsprochen."

Brandursache gefunden

Laut der Generalstaatsanwältin scheint sich die Hypothese zu bestätigen, dass das Feuer durch Tischfeuerwerke und Fontänen verursacht wurde, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nah an die Decken gekommen sind. Das habe die Auswertung von Bildern und Filmaufnahmen ergeben sowie die Vernehmung von Augenzeugen.

Im Internet kursiert ein Foto, das den genauen Moment dokumentiert, in dem die Decke der Bar "Le Constellation" Feuer fängt. Darauf sind mehrere feiernde Menschen zu sehen, die die angesprochenen Champagnerflaschen mit Sprühfontänen nach oben halten. Die Akustikpaneele an der Decke fangen derweil Feuer.

Quelle: ntv.de, dsc

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