Panorama

Kaum Zusammenarbeit in Pandemie WHO-Chef erwägt Sanktionen gegen China

254224079.jpg

Der WHO-Chef mit Bundeskanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn.

(Foto: picture alliance/dpa/POOL AP)

Die Eröffnung des WHO-Pandemiefrühwarnzentrums ist ein wichtiger Schritt, um künftig einen Ausbruch wie den von Sars-CoV-2 besser eindämmen zu können. Dazu benötigen die Experten aber zahlreiche Daten. China geizt seit Beginn der Pandemie mit deren Herausgabe, weshalb der WHO-Chef deutliche Worte findet.

Ungewöhnlich deutlich hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) China wegen mangelnder Kooperation bei der Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus kritisiert. Tedros Adhanom Ghebreyesus brachte auch die Möglichkeit von Sanktionen ins Gespräch, wenn WHO-Mitglieder eine nötige Kooperation künftig verweigern. Genauso äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Tedros und Spahn sprachen im Anschluss an die Einweihung des WHO-Pandemiefrühwarnzentrums in Berlin. Das Zentrum ist ebenfalls darauf angewiesen, dass wissenschaftliche Institutionen und Regierungen Daten zur Verfügung stellen. Es soll Unmengen von Daten analysieren und daraus Risikoanalysen erstellen, damit mögliche Pandemiegefahren anders als beim Coronavirus erkannt werden, bevor sich ein Virus rund um die Welt verbreitet. Einige WHO-Mitglieder, allen voran Deutschland, arbeiten an einem weltweiten Pandemie-Vertrag, der unter anderem Transparenz und Kooperation festschreiben soll.

"Bitte teilt die Daten"

"Wir brauchen absolut Verpflichtungen aller Mitgliedsstaaten oder aller, die so einen Vertrag unterzeichnen wollen, zu voller Transparenz im Fall eines Ausbruchs", sagte Spahn. Wenn das nicht passiere, müsse es Konsequenzen geben. Tedros ergänzte: "Sanktionen in Erwägung zu ziehen, könnte wichtig sein."

China verweigert bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus bis heute die Herausgabe von Rohdaten über die ersten 174 Patienten, die wahrscheinlich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert waren. China wehrt sich gegen alle Vorwürfe und sagt, die Untersuchung werde politisch vor allem von den USA ausgeschlachtet. "Die Politisierung passiert, weil es nicht wie erwartet Zugang zu Daten und Informationen gibt", sagte Tedros. "Wir bitten China: Bitte teilt die Daten." Diese Kooperation gebe es aber nicht.

Quelle: ntv.de, als/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen