Panorama

Ursprung der Corona-Pandemie WHO-Experte hält Labor-Theorie für "wahrscheinlich"

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Die Labor-Theorie zählt für Forscher Peter Ben Embarek zu den "wahrscheinlichen Hypothesen".

(Foto: REUTERS)

Die Pandemie nimmt ihren Anfang in der chinesischen Stadt Wuhan. Zur Entstehung des Virus gibt es mehrere Theorien, auch eine Laborpanne wird von der WHO nicht ausgeschlossen. Um Genaueres zu erfahren, soll China nun seine ersten Corona-Daten weiterleiten.

Noch im Juli erklärte die WHO, sie wolle in der zweiten Stufe der Untersuchungen zum Corona-Ursprung auch Labore in China kontrollieren. Doch die Regierung in Peking lehnt dies bislang ab. Nun prescht der dänische Wissenschaftler Peter Ben Embarek, der die WHO-Mission in Wuhan geleitet hatte, vor und versucht, Bewegung in die Sache zu bringen. Die Labor-Theorie zähle für ihn zu den "wahrscheinlichen Hypothesen", sagte der Embarek am Donnerstagabend im dänischen Fernsehen. Er halte es durchaus für möglich, dass sich ein Labormitarbeiter bei der Probenentnahme infiziert habe und das Virus so von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden sei.

Die Weltgesundheitsorganisation rief unterdessen China dazu auf, Rohdaten zu den ersten Corona-Fällen offenzulegen. Der Zugang zu diesen Informationen sei von "entscheidender Bedeutung" für die weiteren Untersuchungen zum Ursprung der Pandemie, erklärte die WHO. Dies sei auch wichtig, um die Theorie eines Laborunfalls zu prüfen. China wies auch diese Forderung umgehend zurück: Peking ziehe "wissenschaftliche" Bemühungen "politischen" vor.

"Wir sind gegen die politische Zurückverfolgung (...) und die Aufgabe des gemeinsamen Berichts", der nach dem Besuch eines WHO-Expertenteams in Wuhan im Januar veröffentlicht wurde, sagte der chinesische Vizeaußenminister Ma Zhaoxu. Vorschläge für neue Untersuchungen wies er zurück. Weitere Nachforschungen könnten nur auf Basis des bereits veröffentlichten Berichts stattfinden.

Schon bald nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, dass das Virus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan, in dem an Coronaviren geforscht wird, entwichen sein könnte. Die chinesische Regierung bestreitet dies energisch.

Um die Untersuchungen zum Corona-Ursprung voranzutreiben, seien alle Länder aufgerufen, die gemeinsame Nutzung von Rohdaten und die erneute Untersuchung von Proben zu ermöglichen, betonte die WHO. Das Team von internationalen Experten der WHO hatte Wuhan erst im Januar besuchen können - mehr als ein Jahr nach Entdeckung des Virus. Der entsprechende Bericht wurde Ende März veröffentlicht, lieferte aber keine klaren Ergebnisse.

Die Labor-Theorie stuften die WHO-Experten damals als "extrem unwahrscheinlich" ein. An dem Bericht wurden aber schnell Zweifel laut. Zahlreiche Staaten äußerten ihre Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu Daten verwehrt worden sei.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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