Panorama

"Lieferte nicht genügend Daten" WHO wirft China mangelnde Kooperation vor

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Bei der Untersuchung des Pandemie-Ursprungs bleiben "alle Hypothesen auf dem Tisch", so Ghebreyesus.

(Foto: picture alliance/KEYSTONE)

Der Bericht über den Ursprung des Coronavirus hält eine Entstehung in einem chinesischen Labor für "extrem unwahrscheinlich". Kritiker fürchten einen großen Einfluss Chinas auf dieses Ergebnis. Der WHO-Chef wirft Peking nun mangelnde Unterstützung vor und will die Labor-These weiter untersuchen.

Die WHO hat China vorgeworfen, der Expertenmission für die Untersuchung der Ursprünge der Corona-Pandemie nicht genügend Daten zur Verfügung gestellt zu haben. Bei der offiziellen Vorstellung des Berichts zu der Mission forderte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zudem, die These, das neuartige Coronavirus könne aus einem Labor entwichen sein, weiter zu untersuchen.

"Was die WHO angeht, bleiben alle Hypothesen auf dem Tisch", sagte Tedros. Dieser Bericht ist ein wichtiger Anfang, aber nicht das Ende. Wir haben den Ursprung des Virus noch nicht gefunden." Es werde alles getan, um das Rätsel zu lösen, um das Risiko, dass sich eine ähnliche Pandemie entwickeln kann, zu reduzieren. Kritiker werfen der WHO vor, die Expertenmission in Wuhan habe wegen mangelnder Kooperation Chinas zu wenige Ergebnisse erbracht.

Die Mission war politisch äußerst heikel. China setzt alles daran, nicht als Sündenbock für die weltweite Coronavirus-Pandemie an den Pranger gestellt zu werden. Kritiker argwöhnen auch, China habe großen Einfluss auf die Endversion des Berichts genommen.

US-Regierung sieht Bericht skeptisch

Teammitglieder hingegen sagen, es habe keinen Druck gegeben. In dem Bericht kommt die Gruppe aus je 17 chinesischen und ausländischen Wissenschaftlern zu dem Schluss, dass das Virus außer in Fledermäusen auch in Schuppentieren seinen Ursprung haben könnte.

Es empfiehlt auch weitere Studien, ob das Virus womöglich schon vor den ersten in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckten Fällen in anderen Ländern kursierte. Die Theorie, dass es aus einem Labor entwichen sein könnte, bezeichneten sie dagegen als "extrem unwahrscheinlich". Die US-Regierung sieht eine Reihe ungeklärter Fragen. "Ich denke, wir müssen die Methodologie von diesem Bericht besser verstehen", sagte der ranghohe Corona-Berater des Weißen Hauses, Andy Slavitt, dem Sender CNN.

"Wurde den Ermittlern, die den Bericht geschrieben haben, vollständiger Zugang zu allem gewährt? Wurden sie in irgendeiner Weise von der Regierung Chinas beeinflusst, als sie diesen Bericht schrieben? Bis wir die Antworten auf diese Fragen kennen, denke ich, ist es das beste, wenn wir den Bericht mit einer gesunden Skepsis, nicht zwangsläufig mit Zynismus, betrachten", so der Berater.

Quelle: ntv.de, spl/AFP/dpa

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