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Münchner Amoklauf ermöglicht Waffenhändler legt Geständnis ab

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Der Angeklagte (m.) während der Verhandlung im Landgericht München I. Neben ihm seine Anwälte David Mühlberger (l.) und Sascha Marks.

(Foto: dpa)

Beim Amoklauf in München sterben neun Menschen. Die Tatwaffe beschafft sich der Amokläufer von einem Waffenhändler aus dem Darknet, der sich vor Gericht verantworten muss - und seine Mitschuld nun eingesteht.

Der mutmaßliche Lieferant der Tatwaffe für den Münchner Amoklauf hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt. Er räume alle ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfenen Waffenverkäufe ein, ließ der Angeklagte durch seinen Verteidiger vor dem Landgericht München I erklären.

Der 32-Jährige habe dem späteren Amokläufer von München die Tatwaffe Glock 17 und mindestens 450 Schuss Munition verkauft, sagte Staatsanwalt Florian Weinzierl zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München I. Der Waffenhandel war seine Haupterwerbsquelle. Die Waffen, die er im Darknet verkaufte, bezog er meist aus Tschechien. Dort hatte er einen Kontaktmann, ein Unbekannter mit dem Pseudonym "Hyena". Von "Hyena" hatte er wohl auch die Glock 17 erhalten.

Der Angeklagte habe alle Käufer persönlich getroffen, um sich einen Eindruck von ihnen zu verschaffen. Hätte er einen Hinweis gehabt, dass David S. "eine so grauenvolle Tat begehen würde", hätte er ihm die Waffe niemals verkauft.

Laut Anklage habe der Beschuldigte die Tat von München durch den Verkauf erst ermöglicht. Für ihn sei eine Schädigung von Menschen an Leib und Leben durch den Einsatz der Waffe vorhersehbar gewesen. Er muss sich vor dem Landgericht München I unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in neun Fällen und illegalen Waffenhandels verantworten.

Am 22. Juli 2016 hatte der 18-jährige David S. am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und fünf weitere verletzt, ehe er sich selbst tötete.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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