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Unglückliche Befreiungsaktion Wal-Retter vom Wal erschlagen

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Howlett bei einer früheren Rettungsaktion.

(Foto: Youtube/IFAW)

Joe Howlett ist Hummerfischer. Doch seine große Leidenschaft gehört den Walen. Dutzende der Meeresgiganten hat er in der Vergangenheit aus misslichen Lagen befreit - doch seine letzte Rettungsaktion überlebt er nicht.

Das Meer war für Joe Howlett wie ein zweites Zuhause. Der 59-jährige Kanadier aus Campobello Island ist Hummerfischer, doch seine große Leidenschaft gehörte den Walen. In den vergangenen 15 Jahren befreite er mehr als zwei Dutzend der Meeressäuger, die sich in Fischernetzen verfangen hatten. Am vergangenen Montag endete eine Rettung tragisch.

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Howlett war noch am späten Abend mit seinem kleinen Boot vor der Küste von New Brunswick aufs Meer hinausgefahren, um einem Atlantischen Nordkaper in Not zu helfen. Doch nachdem er den über 10 Meter großen Wal freigeschnitten hatte, bekam dieser wohl Panik.

Wie kanadische Medien übereinstimmend berichten, habe sich der Wal mit einem großen Backflip auf das Kleinboot geworfen und Howlett unter sich begraben und erdrückt. Wie sich der Unfall genau zutrug, kann niemand sagen. "Er und sein Partner hatten den Wal schon komplett aus dem Netz befreit, da passierte etwas Eigenartiges und das Tier drehte sich mit einem heftigen Ruck um", zitiert die kanadische Zeitung "The Star" seinen Kollegen Mackie Green. Er selber sei aber nicht dabei gewesen.

Vor 15 Jahren gründete Howlett mit Kollegen die Organisation Campobello Whale Rescue Team. "Joe war sehr gut bei dieser Arbeit, er hatte viele Erfolgsgeschichten. Er war auch ein sehr tapferer Mann, der für das kämpfte, woran er glaubte", zitiert der kanadische Sender CBC den Bürgermeister von Campobello Island Stephen Smart.

Die Familie und die gesamte Crew des Teams trauern um Howlett. Mit der Rettungsarbeit aufzuhören, kommt für sie aber nicht infrage. Im vergangenen Monat wurden sieben Atlantische Nordkaper im Sankt-Lorenz-Golf an der Ostküste von Kanada leblos aufgefunden - bei einer weltweiten Population von nur gut 500 ist das eine alarmierende Zahl. Green kündigte an:  "Joe hätte sich nicht gewünscht, dass wir unsere Arbeit beenden. Er liebte diese sehr und es gibt kein besseres Gefühl, als einen Wal gerettet zu haben. Ich weiß, wie glücklich er sich jedes Mal fühlte, wenn er ein Tier aus den Seilen erlöste."

Quelle: n-tv.de, dsi

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