Panorama

20.500 Euro für OstgeschichteWald mit Ex-SED-Führungsbunker versteigert

25.03.2021, 21:01 Uhr
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Ein Zugang zum versteigerten Schutzbunker. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Ein DDR-Bunker für den "militärischen Ernstfall" ist in Berlin unter den Hammer gekommen. Der abgelegene Rückzugsort für die SED-Führungsriege hat jetzt den Eigentümer gewechselt. In einem guten Zustand ist das historische Gebäude aber nicht.

Ein fast in Vergessenheit geratenes Stück DDR-Geschichte ist in Berlin versteigert worden. Wie eine Sprecherin der Deutschen Grundstücksauktionen AG sagte, erwarb ein telefonischer Bieter den Schutzbunker Hohenzieritz der ehemaligen SED-Bezirkseinsatzleitung Neubrandenburg für 20.500 Euro. Das ist etwa das Dreifache des Mindestgebotes von 7000 Euro.

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Das Mindestgebot für den DDR-Bunker lag bei 7000 Euro. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die von Bäumen überwucherte Anlage mit Dekontaminationsschleuse liegt auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück in einem Naturschutzgebiet an der Mecklenburgische Seenplatte, etwa 100 Kilometer nördlich von Berlin. Der Forst ist per Stacheldraht gesichert, doch nach 30 Jahren Leerstand sind die Bunkerinstallationen aber meist verschwunden. Laut Beschreibung der Immobilie ist sie insgesamt in einem "umfassend sanierungsbedürftigen Zustand".

Was der Bieter mit dem Grundstück vorhat, ist derzeit nicht bekannt. Sicher ist, dass der abseits gelegene Bunker aus zwei mehrräumigen unterirdischen Anlagen besteht, die mit einem Tunnel verbunden sind. Sie wurden im Rahmen eines DDR-Bauprogramms für den "militärischen Ernstfall" in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaut. Der Hohenzieritzer Bunker war unter Führung des ehemaligen Chefs der Neubrandenburger Bezirksleitung der SED, Johannes Chemnitzer, entstanden.

Bei der Versteigerung, die via Internet stattgefunden hat, kamen 78 Immobilien vor allem aus Ostdeutschland unter den Hammer. Infolge der Corona-Pandemie sei das Interesse an Immobilien so groß wie nie, erklärte die Sprecherin. Viele Nachfragen habe es auch für ein Grundstück auf der Halbinsel Mönchgut, ein Gründerzeithaus in Görlitz (Sachsen) sowie das Hauptgebäude des früher einzigen Fernseher-Herstellers in der ehemaligen DDR - des RFT Staßfurt (Sachsen-Anhalt) - gegeben.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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