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Günstiger Wohnraum statt Turnhalle Was ist die beste Flüchtlingsunterkunft?

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Die Computer-Darstellung zeigt geplante Unterkünfte für Flüchtlinge in München, die aus großen Übersee-Containern bestehen.

(Foto: Yes Architecture /dpa)

Die Unterbringung geflüchteter Menschen stellt Kommunen und Städte vor Herausforderungen. Das veranlasst das Deutsche Architekturmuseum zu einer Sammlung der besten Modelle. Immer mitgedacht wird dabei die Nachnutzung.

Ein Containerdorf in Bremen, Leichtbauhallen in München, Fertighäuser in Essen, Holzmodule in Hannover: Um die vielen Flüchtlinge dauerhaft unterzubringen, suchen Städte deutschlandweit nach günstigen und schnellen Lösungen. Doch welche Bauweise ist am besten geeignet? Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt hat sich die laufenden Projekte angesehen. Anfang nächsten Jahres sollen sie nach Angaben von Kurator Oliver Elser über eine Online-Plattform einsehbar sein. "Kommunen und Kreise können sich dort informieren, wie es andere machen und was sie vielleicht übernehmen können."

Bauen für Flüchtlinge wird auch Thema sein auf der 15. Architekturbiennale in Venedig (28. Mai bis 27. November 2016). Das Deutsche Architekturmuseum realisiert dort den deutschen Pavillon. Die Ausstellung in Venedig heißt "Making Heimat. Germany, Arrival Country". Das DAM hatte Architekten, die im öffentlichen Auftrag für Flüchtlinge bauen, gebeten, ihre Projekte einzureichen. Bewerben durfte man sich nur mit Gebäuden, die bereits fertig, gerade im Entstehen oder definitiv geplant sind. 50 Büros haben sich beteiligt. "Wir haben sehr viele und echt gute Einreichungen bekommen", sagte Elser.

Eine überfällige Debatte

Die Aufgabe berge besondere Herausforderungen: Bauten für Flüchtlinge müssen zum Beispiel schnell zu verwirklichen und kostengünstig sein. Daher gebe es auch nur "ein relativ überschaubares Set an Vorschlägen". Ein aus Sicht der Jury vorbildliches Ensemble soll im Sommer 2016 in München bezugsfertig sein. Es besteht aus riesigen Übersee-Containern, die innen verkleidet und oben begrünt sind, zwischen den übereinandergestapelten Modulen ergeben sich Durchgänge und Höfe.

Die Flüchtlingskrise habe "eine ohnehin überfällige Debatte um kostengünstigen Wohnraum angestoßen", sagte Elser. Wer heute für Flüchtlinge baue, müsse die spätere Nachnutzung - etwa als Studentenwohnheim - stets mitdenken.

Quelle: n-tv.de, apo/dpa

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