Panorama

"Singe nicht für die Mörder" Bieber soll Saudi-Arabien-Konzert absagen

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Justin Bieber soll am 5. Dezember neben weiteren Stars wie DJ David Guetta und Rapper Asap Rocky in Saudi-Arabien auftreten.

(Foto: REUTERS)

Seine Alben tragen Titel wie "Gerechtigkeit" und "Freiheit" - wie ernst es Popstar Justin Bieber damit ist, kann er jetzt beweisen: Wegen der Ermordung des Journalisten Khashoggi soll Bieber ein Konzert in Saudi-Arabien absagen. Die Verlobte des Getöteten findet deutliche Worte.

Die Verlobte des 2018 von einem saudischen Sonderkommando getöteten Journalisten Jamal Khashoggi hat den US-Musiker Justin Bieber aufgefordert, ein Konzert in Saudi-Arabien abzusagen. "Singe nicht für die Mörder meines geliebten Jamal", schrieb Hatice Cengiz in einem offenen Brief an Bieber in der Washington Post. Dies würde "der Welt eine starke Botschaft senden, dass Ihr Name und Ihr Talent nicht benutzt werden, um den Ruf eines Regimes wiederherzustellen, das seine Kritiker tötet". Bieber habe jetzt eine "einmalige Gelegenheit", schrieb Cengiz. Der Musiker habe Alben mit den Titeln "Gerechtigkeit" sowie "Freiheit" veröffentlicht - "Saudi-Arabien benötigt beides dringend." Auch Menschenrechtsgruppen drängten Bieber zu einer Absage. Der Kanadier gehört zu einer Gruppe von Künstlern, die am 5. Dezember in der Stadt Dschidda im Zuge des Formel-1-Rennens in Saudi-Arabien auftreten sollen.

Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden hatte im Februar einen Geheimdienstbericht veröffentlicht, in dem es hieß, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman sei in die Ermordung Khashoggis verwickelt. Der Kronprinz, der faktisch über das Königreich herrscht, bestreitet dies. Khashoggi war im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat im türkischen Istanbul von einem Spezialkommando ermordet worden, als er Papiere für seine Hochzeit abholen wollte. Seine sterblichen Überreste sind bis heute verschwunden. Er hatte vom selbst gewählten Exil in den USA aus Meinungsbeiträge in der "Washington Post" veröffentlicht, die Salman und die Monarchie kritisierten.

Saudi-Arabien steht international in der Kritik

Auch allgemein steht Saudi-Arabien in der Kritik wegen der Lage der Menschenrechte. Trotz einiger Lockerungen im öffentlichen Leben sind etwa die Frauenrechte weiter so stark eingeschränkt wie in kaum sonst einem Land. Kritiker der Regierung, politische Aktivisten wie auch Angehörige der LGBTQ-Gemeinde werden oft aggressiv verfolgt.

Saudi-Arabien bemüht sich seit einigen Jahren, zunehmend auch internationale Künstler ins Land zu holen. Unter anderem traten Enrique Iglesias, die Black Eyed Peas, Nelly, Mariah Carey und die K-Pop-Gruppe BTS dort auf. Am 5. Dezember sind auch Shows von US-Rapper Asap Rocky und dem französischen Star-DJ David Guetta geplant. Die Rapperin Nicki Minaj sagte 2019 einen Auftritt ab.

Quelle: ntv.de, joh/dpa/rts

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