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Dienstag, 26. Dezember 2017

150 Menschen eingeschlossen: Weiterer Fels droht abzubrechen

Nach dem gewaltigen Felssturz an Heiligabend in Tirol bleiben 150 Personen weiter eingeschlossen. Frühestens am Mittwoch soll eine Notstraße fertig sein. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Ein gewaltiger Felssturz hat am Heiligabend in Österreich ein Tal praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 150 Menschen saßen fest, wie die Behörden berichteten, auf der Zufahrtsstraße türmte sich das Geröll bis zu 50 Meter hoch. Weil der Berg in der Gemeinde Vals knapp 40 Kilometer südlich von Innsbruck weiter im Rutschen war, wurde die Gefahrenzone über die Feiertage über mehrere Weiler ausgeweitet.

Auf den Zufahrtsstraßen konnten neue Felsstürze nicht ausgeschlossen werden. Die Stimmung unter den Eingeschlossenen war aber gelassen, wie Vals' Bürgermeister Klaus Ungerank im Fernsehen sagte. Wegen Weihnachten hätten sich die Menschen vorher mit Nahrungsmitteln eingedeckt, Versorgungsengpässe gebe es nicht: "Das ist aktuell noch nicht unbedingt das große Problem." Bei Bedarf war eine Versorgung oder Rettung per Hubschrauber möglich. Am Mittwoch sollte eine Notstraße auf der anderen Talseite fertiggestellt sein. Bagger waren an den Feiertagen im Großeinsatz, um einen Feldweg dafür herzurichten.

"Die Gefahr ist bei Weitem noch nicht gebannt"

Am Heiligabend waren kurz vor 18.00 Uhr zehntausende Tonnen Gestein, Geröll und Schutt ins Tal gedonnert. "Es hat sich angehört wie ein Erdbeben", sagte der Gemeindesekretär von Vals, Josef Gatt, im Fernsehen. "Das ganze Haus hat gezittert. Wir sind auf den Balkon gegangen, da gab es eine riesige Staubwolke - es war unheimlich."

Wenige Minuten vor dem Abgang waren Familien mit Kindern auf dem Weg zur Christmette über die Straße gefahren. Sie wurde auf einer Länge von 150 Metern verschüttet. Aufnahmen aus Hubschraubern zeigten den riesigen Geröllkegel in der verschneiten Landschaft. Einige Häuser in der Nähe wurden vorsichtshalber geräumt.

Der Hang war als gefährlich bekannt, wie der zuständige Geologe Gunther Heißel berichtete. Dennoch kam der Felssturz unerwartet. "Niemand hat die Situation für so extrem gehalten", sagte Heißel. Nach mehreren Überflügen berichtete er im Fernsehen: "Es hat sich gezeigt, dass dort noch Fels abzubrechen droht. Die Gefahr ist bei Weitem noch nicht gebannt."

Für Mittwoch waren Regen und Schnee vorausgesagt. Das sei ein Problem, sagte Heißel: "Es handelt sich um schwarzen Schiefer, der auch im trockenen Zustand extrem rutschfreudig ist. Wenn Wasser hinzukommt, gibt es kein Halten mehr." Zudem sei das Gelände extrem steil.

Quelle: n-tv.de