Panorama

In der Nähe des Roten Rathauses Weltkriegsbombe in Berlin entdeckt

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Der Bereich um den Fundort wurde abgesperrt. Ob das Rote Rathaus evakuiert wird, ist noch unklar.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Köln wird ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Fast zeitgleich wird eine weitere Weltkriegsbombe in Berlin entdeckt, in der Nähe des Roten Rathauses. Sie soll noch heute entschärft werden. Auch der Fernsehturm muss evakuiert werden.

In der Nähe des Berliner Roten Rathauses ist eine Weltkriegsbombe entdeckt worden. Nach Angaben der Berliner Polizei wurde die 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gegen 11.30 Uhr bei Bauarbeiten im Bezirk Mitte entdeckt. Der Fundort liegt demnach an der Ecke Grunerstraße/Jüdenstraße. Der Bereich sei bereits abgesperrt, hieß es weiter. Entschärfer der Kriminaltechnik seien vor Ort.

Die Bombe "muss noch heute entschärft werden", twitterte die Polizei weiter. Später hieß es, die Bombe sei "deutscher Bauart und verfügt über einen mechanischen russischen Zünder". "Sie muss vor Ort entschärft werden, da sie nicht gefahrlos abtransportiert werden kann. Aktuell stellt sie keine Gefahr dar", hieß es auf Twitter.

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Im eingerichteten Sperrbereich befinden sich unter anderem das Rote Rathaus, der Fernsehturm und Teile des historischen Nikolaiviertels. Auch die Senatsverwaltung für Inneres, Hotels und Wohnhäuser liegen in dem Gebiet. Laut dem Bezirksamt von Berlin Mitte mussten etwa 1900 Menschen aus elf Wohnblöcken ihre Wohnungen verlassen. Darunter seien 80 Kinder und 400 Menschen über 65, hieß es auf Twitter. Die Stadt richtete mehrere Notunterkünfte ein. In einem erweiterten Gebiet sollten Anwohner ihre Fenster geschlossen halten. Eine S- und U-Bahn-Linie hielten nicht im betreffenden Sperrbezirk, Buslinien wurden umgeleitet, die Spree sollte gesperrt werden.

Erfolgreiche Entschärfung in Köln

Wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller mitteilte, fällt durch die Bombenentschärfung auch die Präsentation der Dokumentation "Don't call it Heimweh" mit Berlins Ehrenbürgerin Margot Friedländer aus. Diese war am Abend im Roten Rathaus geplant.

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Erst gegen Mittag war im Kölner Stadtteil Deutz eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Dabei kam es zu Beeinträchtigungen im Verkehr, auch auf dem Rhein. Die nahe Hohenzollernbrücke, ein Nadelöhr im Bahnverkehr, musste gesperrt werden. Gebäude in der Umgebung wurden evakuiert, darunter auch die Sendezentrale der Mediengruppe RTL. ntv sendete live vom gegenüberliegenden Ufer. Katja Burkard musste für die Moderation ihres Mittagsjournals "Punkt 12" kurzerhand nach Berlin umziehen.

Die Entwicklung in Köln können Sie noch einmal im Liveticker nachverfolgen.

Im Sperrkreis von 500 Metern lagen zudem weitere Wirtschaftsunternehmen, die Oper Köln und der Landschaftsverband Rheinland. Es waren aber nur 15 Anwohner betroffen. Um 11.53 Uhr meldeten die Sprengstoffexperten dann Entwarnung. Das Kölner Ordnungsamt war mit 79 Kräften im Einsatz, die Feuerwehr am gestrigen Abend mit sechs, die Polizei mit acht und die Wasserschutzpolizei ebenfalls mit acht Personen.

Blindgänger von Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs werden die Kampfmittelräumdienste in Nordrhein-Westfalen noch jahrzehntelang beschäftigen. Etwa die Hälfte der Luftattacken gegen Nazi-Deutschland konzentrierte sich auf das heutige NRW, wegen der damals überragenden industriellen Bedeutung des Ruhrgebiets, aber auch wegen der geografischen Nähe westdeutscher Städte zu England. Experten für Kampfmittelräumung gehen davon aus, dass sie bislang nur etwa ein Fünftel bis ein Sechstel dieser Blindgänger entfernt haben.

Quelle: ntv.de, mli/dpa