Panorama

"Wir haben die Schläge gehört"Weltkriegsmunition erschwert Löscheinsatz in der Eifel

14.08.2026, 10:15 Uhr
00:00 / 02:03
Ein-Polizeihubschrauber-mit-Loeschwasser-Aussenlastbehaelter-startet-zum-Einsatz-bei-den-Loescharbeiten-beim-Waldbrand-im-Huertgenwald-Mehrere-Hundert-Hektar-Waldflaeche-stehen-in-Flammen
Das Feuer rückt näher an die Wohngebiete heran. (Foto: picture alliance/dpa)

Im Zweiten Weltkrieg war der Hürtgenwald Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Bis heute wird dort Munition gefunden - das wird nun zum Problem für die Feuerwehrleute, die einen großen Waldbrand löschen müssen.

Die Löscharbeiten des großen Waldbrandes in Hürtgenwald werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. "Das Gelände ist doch sehr schwierig, und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken", sagte Ralf Nolten, Landrat des Kreises Düren. Im Laufe der Nacht sei auf dem Brandgelände bereits Munition hochgegangen. "Wir haben auch die Schläge gehört."

Die wechselnden, teils starken Winde in der Nacht hätten dazu geführt, dass sich die Einsatzkräfte streckenweise hätten zurückziehen müssen, um nicht eingekesselt zu werden, sagte Nolte. Am Morgen waren auch Panzer und Forstunternehmer vor Ort. Sie sollten Schneisen in dem dicht bewaldeten Gebiet legen, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen.

Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Bis heute werden in der Region Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Laut dem Sprecher der Feuerwehr im Kreis Düren, Peter Berndgen, waren in der Nacht Explosionen zu hören.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV), Ulrich Cimolino, sieht Verbesserungsbedarf beim Umgang mit Bränden auf Munitionsverdachtsflächen. Es brauche mehr geschützte beziehungsweise gepanzerte Fahrzeuge für solche Einsätze, erklärte er und verwies auf entsprechende Anschaffungen Brandenburgs. Sondereinsatzmittel der Bundeswehr müssten bislang im Amtshilfeverfahren angefordert werden und stünden nur zur Verfügung, wenn die Bundeswehr entsprechende Kapazitäten habe - zudem gegen Kostenrechnung.

Quelle: ntv.de, are/dpa

WaldbrändeNordrhein-Westfalen