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Nicht für jeden sinnvoll Wie komme ich zu einem Corona-Test?

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Proben werden aus dem Rachen oder der Nase entnommen.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Viele Menschen würden gern wissen, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Die Tests sind aber an bestimmte Bedingungen gebunden. Auch hier ist Besonnenheit wichtig.

Wie funktioniert der Test?

Der Test wird mit Material aus einem sogenannten Mundhöhlenabstrich gemacht. Die Proben werden in Arztpraxen und inzwischen eingerichteten Teststationen genommen. Der Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus erfolgt dann molekularbiologisch mithilfe einer speziellen PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion). Vereinfacht gesagt wird dabei ein bestimmter Abschnitt des Viren-Erbguts millionenfach kopiert. Die Kopien werden mit einer sogenannten Sonde farblich markiert. Diese Farbmarkierung kann dann mit komplexen Geräten sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine "positive Probe".

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Wer führt den Test durch?

Bundesweit gibt es Labore für virologische Spezialdiagnostik, wo die Tests analysiert werden. Unter idealen Bedingungen dauert ein solcher Test im spezialisierten Labor 3 bis 5 Stunden. Die Befunde gehen dann an die Ärzte, von deren Patienten die Proben stammen.

Wann wird der Test durchgeführt?

Um eine Überlastung der Testlabore zu vermeiden, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) Kriterien für eine diagnostische Abklärung festgelegt. Demnach ist der Verdacht auf Covid-19 - also die durch das Coronavirus ausgelöste Erkrankung - begründet, wenn Personen mindestens eine dieser beiden Bedingungen erfüllen:
1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere oder unspezifischen Allgemeinsymptomen UND Kontakt mit einem bestätigten Fall von Covid-19
2. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere UND Aufenthalt in einem Risikogebiet

Verschiedene Bundesländer und zum Teil auch Landkreise isolieren und testen zudem ermittelte Kontaktpersonen der Kategorie 1.

Was soll ich tun, wenn ich mich testen lassen will?

Wenn die RKI-Bedingungen nicht erfüllt sind, ist ein Test vermutlich nicht nötig. Wir befinden uns mitten in der Grippe- und Erkältungssaison, in der Krankheitszeichen wie Fieber und Husten häufig sind. Sollte eine Ansteckung nicht unwahrscheinlich sein, werden Patienten gebeten, sich zunächst telefonisch bei ihrer Hausarztpraxis zu melden. Bei den meisten Ärzten gibt es inzwischen ein spezielles Bestellsystem für Verdachtspatienten. Zum Teil werden die Patienten auch zu Hause aufgesucht, um den Rachenabstrich zu machen. In einigen Regionen gibt es Schwerpunktpraxen oder zuständige Amtsärzte, zu denen die Betroffenen überwiesen werden. Auch die mancherorts für die Probenentnahme eingerichteten Drive-Ins sind für diese Verdachtspatienten gedacht. Man erhält dazu nach der telefonischen Kontaktaufnahme mit einer Praxis einen Code, den man benötigt, um auf das Testgelände zu fahren. Außerhalb der Praxisöffnungszeiten wendet man sich an den ärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116 117.

Wer bezahlt den Test?

Die Kosten für alle Testungen, die aufgrund der Kriterien des RKI durchgeführt werden, übernehmen die Krankenkassen. Die Laborkosten für einen Test belaufen sich auf rund 130 bis 250 Euro. Bei einem begründeten Verdacht zahlen die Krankenkassen, bei Kontaktpersonen die Gesundheitsbehörden. Wer einen negativen Test vorlegen muss, um die Einreisebestimmungen eines bestimmten Landes zu erfüllen, muss den Test selbst zahlen.

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Gibt es inzwischen genauso zuverlässige Schnelltests?

Nein, die Schnelltests, die auf dem Markt sind, suchen nach Antikörpern. Diese sind der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zufolge aber bei Virusinfektionen meist frühestens eine Woche nach Beginn der Erkrankung nachweisbar. Oft dauert es bis zu 14 Tage. Dieser positive Antikörpertest könnte auch eine frühere Infektion anzeigen. "Nur der Nachweis von Sars-CoV-2 selbst lässt zuverlässig den Rückschluss zu, dass eine Person zum Zeitpunkt der Untersuchung auch infiziert ist", so die KBV.

Sind genug Corona-Tests da?

Die Testkapazitäten in den Labors werden derzeit schrittweise erhöht, um Infektionen so früh wie möglich zu erkennen. Krankenhäuser und Testzentren betonen aber immer wieder, dass es wichtig sei, dass die vorhandenen Kapazitäten gezielt zur Testung von begründeten Verdachtsfällen und engen Kontaktpersonen eingesetzt werden.

Quelle: ntv.de