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Tragepflicht zum Schutz aller Wie und wo kommt man jetzt an Masken?

Viele Menschen nähen derzeit Baumwoll-Masken. Sie sind nach dem Waschen wiederverwendbar.

Viele Menschen nähen derzeit Baumwoll-Masken. Sie sind nach dem Waschen wiederverwendbar.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Nun heißt es in Bus und Bahn oder beim Einkaufen: Maske, Mundschutz oder Schal aufsetzen, um das Infektionsrisiko der Gesamtbevölkerung so gering wie möglich zu halten. Doch viele Bürger fragen sich, wie sie nun an das Pflicht-Accessoire kommen - schließlich herrscht seit Beginn der Corona-Pandemie Knappheit bei medizinischen Mund-Nasen-Schutzbedeckungen. Doch mittlerweile gibt es mehrere Möglichkeiten, Schutzmasken zu erhalten. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Kann ich eine Schutzmaske selbst herstellen?

Ja, Schutzmasken können selbst genäht werden. Entweder man benutzt dafür neuen Baumwollstoff oder verwendet ein altes T-Shirt und dazu etwas Gummiband. Im Internet gibt es viele Nähanleitungen und Video-Tutorials, die anschaulich zeigen, wie man selbst eine Maske gestalten kann. In einer Bilderserie zeigen wir Ihnen auch, wie man aus einem Geschirrtuch eine Schutz-Bedeckung fertigen kann. Außerdem sind auch Tücher und Schals als Maskenersatz erlaubt.

Ich kann nicht nähen - wie komme ich an eine Baumwoll-Maske?

Wer nicht nähen kann oder nicht die notwendige Ausstattung besitzt, kann entweder eine kleine Schneiderei beauftragen oder im Internet und im stationären Handel nach Verkäufern suchen. In den sozialen Netzwerken gibt es viele Freiwillige, die auch auf Spendenbasis Masken nähen. Natürlich kann man auch im Bekanntenkreis fragen, ob jemand aushelfen und nähen kann.

Bekommt man wieder einen Mund-Nasen-Schutz in der Apotheke?

Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) ist die Liefersituation bei Masken in Apotheken weiterhin angespannt. "Längst nicht alle Apotheken haben kontinuierlich Masken anzubieten. Die Nachfrage ist weltweit sehr hoch, auch in Deutschland", berichtet Dr. Reiner Kern vom ABDA auf Anfrage von ntv.de. Mittlerweile wachse zwar die Zahl der Hersteller und Anbieter, aber leider gibt es auch viele unseriöse oder betrügerische Angebote. Außerdem haben die Apotheken aufgrund der Nachfrage mit stark gestiegenen Einkaufspreisen zu kämpfen, die sie leider auch an ihre Kunden weitergeben müssten.

"Höherwertige FFP-Masken, deren eingebaute Filter den Träger vor einer Virusinfektion recht effektiv schützen, sind schwieriger zu bekommen und werden von Apotheken meist bevorzugt an Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Physiotherapeuten abgegeben, deren Mitarbeiter ein höheres Infektionsrisiko haben", erklärt Kern. "Bei den einfachen MNS-Masken, die man aus dem Operationssaal kennt und die vor allem dem Schutz Dritter dienen, ist die Situation etwas besser."

Was planen Modefirmen, Supermärkte, Drogerien und Co.?

Besonders im Internet gibt es viele Möglichkeiten, an Baumwoll-Masken zu gelangen. Der Online-Händler About You kündigt eine eigene Shop-Kategorie für nicht-medizinische, textile Behelfsmasken an und plant, diese zum Selbstkostenpreis im Internet zu verkaufen.

*Datenschutz

Auf Anfrage von ntv.de erklärt H&M: "Wir folgen der Beschließung mehrerer Bundesländer zu einer Mund-Nasen-Schutz-Pflicht und statten alle Kolleg*innen mit entsprechendem Mund-Nasen-Masken aus. Zum aktuellen Zeitpunkt verkauft H&M keine Atemschutzmasken in Deutschland. Als H&M Group beteiligen wir uns an Schutzbekleidung für Krankenhäuser und haben in diesem Zusammenhang Masken produzieren lassen. Die Fertigung von Schutzmasken für Pflegekräfte in Krankenhäusern hat bereits begonnen. Die ersten 100.000 Stück wurden je zur Hälfte nach Spanien und Italien ausgeliefert."

Ntv.de hat außerdem große Supermarktketten und Drogerien angefragt, ob sie in Zukunft Masken verkaufen werden. Ein Überblick:

Rewe: "Wir statten zunächst unsere Mitarbeiter kurzfristig mit Mund-Nasen-Schutz und/oder Gesichtsvisieren aus. Ob und wie wir unseren Kunden entsprechende Produkte anbieten können, ist derzeit noch in Prüfung."

Edeka: "Natürlich unterstützen wir die Maskenempfehlung so weit wie möglich. Nach heutigem Stand sind wir in der Lage, ausreichend Schutzmasken für unsere Kolleginnen und Kollegen in den Märkten zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen, bis Anfang Mai auch den Kunden in unseren Geschäften Masken zum persönlichen Schutz anbieten zu können. Die wichtigste und wirkungsvollste Schutzmaßnahme ist das verantwortungsvolle Handeln jedes Einzelnen. In unseren Märkten achten wir darauf, dass die Kunden den richtigen Abstand zu ihren Mitmenschen halten. Darüber hinaus versuchen unsere selbstständigen Edeka-Kaufleute immer, mit Blick auf die Situation vor Ort individuelle und pragmatische Lösungen zu finden."

Aldi Nord: "In den Regionen, in denen eine Mundschutzpflicht erlassen wurde, setzen wir diese selbstverständlich auch in unseren Märkten schnellstmöglich um, indem wir unsere Mitarbeiter mit den geforderten Schutzmaterialien ausstatten. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in allen Filialen verschiedene Schutzmöglichkeiten zu ihrer persönlichen Sicherheit und Gesundheit, einerseits im Rahmen unserer internen Richtlinien, andererseits nach Absprache mit den Behörden. Wir prüfen aktuell die Beschaffung größerer Mengen von Schutzmasken oder Alltagsmasken zur Ausstattung unserer Mitarbeiter oder für den Verkauf. Aktuell verkaufen wir keine Schutzmasken in unseren Märkten."

Lidl: "Aktuell verkaufen wir keine Mund-Nasen-Masken. Hinsichtlich einer Maskenpflicht, die auch den Besuch eines Lebensmittelgeschäfts betreffen kann, orientiert sich Lidl an den Vorgaben der Behörden vor Ort und setzt diese entsprechend um. Wir stellen unseren Mitarbeitern Mund-Nasen-Schutzmasken zur Verfügung. Eine kostenlose Ausgabe an Kunden ist aktuell nicht geplant."

Rossmann: "Aktuell sind wir im engen Austausch mit unseren Lieferanten." Wegen der sich immer wieder ändernden Lage möchte das Unternehmen derzeit keine detaillierte Auskunft geben, da dies nur eine Momentaufnahme sei.

dm: "Wir werden unsere Kunden – ab Beginn der behördlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes – am Eingang unserer dm-Märkte per Aushang informieren, dass das Betreten nur noch mit einer Schutzmaske bzw. einer geeigneten Bedeckung von Mund und Nase gestattet ist. Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Kunden über die entsprechenden Verordnungen bereits informiert sind und entsprechend ausgerüstet einkaufen gehen werden. Als Service werden wir für Kunden, die bei uns einkaufen möchten, aber keinen geeigneten Mund-Nasen-Schutz besitzen, einen nach dem Standard für Medizinprodukte zertifizierten Mund-Nasen-Schutz für einen Euro zum Kauf am Eingang der dm-Märkte anbieten. Die Abgabemenge ist auf ein Stück begrenzt und gilt solange der Vorrat reicht. Ein regulärer Verkauf von Mundschutzmasken kann momentan in der derzeitigen Ausnahmesituation nicht gewährleistet werden. Hintergrund ist, dass die Beschaffung der Produkte sehr schwierig ist, da die weltweite Nachfrage nach den Produkten sehr groß ist. So hatten wir bislang für unsere Kunden die Mundschutzmaske unserer dm-Marke Mivolis im Sortiment. Allerdings ist diese bis auf Weiteres nicht mehr verfügbar, da diese in Frankreich produziert werden und daher von dem per Dekret beschlossenen Exportstopp für Atemschutzmasken der französischen Regierung betroffen sind. Wir arbeiten derzeit daran, alternative Produkte in unser Sortiment aufzunehmen. Für unsere Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten haben wir ausreichend Mund-Nasen-Schutz beschafft, um unsere Märkte für die Kunden unter Beachtung der behördlichen Auflagen sicher betreiben zu können."

Wie viele Masken braucht man pro Person?

Das kommt auf das Material der Maske und die aktuelle Lebensweise an. Die Baumwoll-Masken sollten täglich bei 60 Grad heiß gewaschen werden, damit sie nicht zu einer Keimschleuder werden. Es ist also sinnvoll, mindestens eine weitere Maske zum Wechseln zu erwerben. Der Einweg-Mund-Nasen-Schutz muss nach einmaligem Tragen entsorgt und erneuert werden. Dementsprechend ist es wichtig, dass jeder, der diese Art von Mundschutz trägt, auch einen gewissen Vorrat besitzt. Das ist gerade in der aktuellen Lage schwierig. Sowohl bei Baumwoll-Masken als auch Mund-Nasen-Schutz dürfen die Stoffe nicht durchfeuchten. Baumwoll-Masken haben den großen Vorteil, dass sie nach dem Waschen regelmäßig wiederverwendbar sind und es zu keinem Engpass kommt.

Was macht die Bundesregierung, um Schutz durch Masken in allen Bereichen zu gewährleisten?

Nachdem rasch klar wurde, dass Schutzausrüstungen und Masken besonders im medizinischen Bereich knapp werden, hat die Bundesregierung eine zentrale Beschaffung der Masken für Kliniken beschlossen. Auch die eigene Produktion von Mund-Nasen-Bedeckungen soll in Deutschland vorangetrieben werden. Dennoch stockt die Verteilung der Produkte, wie viele Krankenhäuser und Ärzte berichten. Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet die Bundesregierung mit einem Bedarf von jährlich bis zu zwölf Milliarden Atemschutzmasken.

Geben Städte Masken auch kostenlos an Bürger aus?

In Dresden wurden Masken an die Bürger ausgegeben. Pro Person war die Ausgabe auf zwei Masken begrenzt. Wenn die Bürgerämter wieder öffnen, will die sächsische Landeshauptstadt ihre Bürgerinnen und Bürger auch an diesen Standorten mit Masken versorgen. Andere Städte setzen auf die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, sodass auch kostenlose, selbst genähte Masken an Bürger abgegeben werden. Aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach OP-Masken und FFP-Atemmasken bauen viele Städte auf die Eigenverantwortung von Bürgern, sich Masken selbst zu nähen. Weitere Informationen über Masken-Ausgaben wie in Dresden gibt es derzeit noch nicht. Im Zweifelsfall kann man auch einen Schal oder ein Tuch vor Mund und Nase binden, bis man eine Maske hat.

Quelle: ntv.de