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"Keine überzeugenden Hinweise" Wieler: Omikron nicht für harmloser halten

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Wie schnell sich Omikron ausbreiten wird, hänge von uns allen ab, sagt Wieler.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Omikron-Variante breitet sich auch in Deutschland aus. Bisher melden die Infizierten überwiegend milde Symptome wie Schnupfen oder Husten. Das sei jedoch noch kein Beweis dafür, dass die Mutante tatsächlich weniger gefährlich ist als bisherige Corona-Varianten, warnt RKI-Chef Wieler.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnt davor, die Omikron-Variante des Coronavirus für weniger gefährlich als ältere Mutationen zu halten. Es gebe derzeit keine überzeugenden Hinweise darauf, dass Erkrankungen mit Omikron leichter verliefen als bei der Delta-Variante, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Nach ersten Studien aus Südafrika sind die Krankheitsverläufe mit Omikron häufig weniger bedrohlich als bei Erkrankungen mit anderen Varianten. "Je nachdem, wie wir uns verhalten, wird sich das Virus schneller oder weniger schnell ausbreiten", sagte Wieler. "Es kann sein, dass Ende des Jahres bereits die Hälfte aller Neuinfektionen auf die Omikron-Variante zurückgehen. Es kann aber auch bis in die erste, zweite oder gar dritte Januar-Woche dauern."

Wieler vermied direkte Kritik an der Bundesregierung, die der RKI-Empfehlung von sofortigen und "maximalen Kontaktbeschränkungen" nicht gefolgt war: "Unsere Empfehlung war, die Kontaktbeschränkungen schnell in Kraft zu setzen. Auch der Expertenrat hatte das empfohlen. Aber es ist eine Entscheidung der Politik." Wieler erklärte, er wolle RKI-Präsident bleiben. "Ich habe keine anderen Pläne."

Schnupfen, Husten, Halsschmerzen

Die Omikron-Variante wurde mittlerweile in allen Bundesländern nachgewiesen. Auch wenn der überwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante des Coronavirus verursacht wird, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den letzten Wochen deutlich angestiegen, schreibt das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend.

Bis zum 21. Dezember seien 441 über eine Genomsequenzierung bestätigte Omikron-Infektionen übermittelt worden. Bei 1438 Fällen bestehe nach einem spezifischen PCR-Test der Verdacht darauf. Für insgesamt mehr als 1200 Fälle wurden dem RKI zufolge Angaben zu den Symptomen übermittelt. Überwiegend seien demnach keine oder milde Symptome genannt worden, am häufigsten Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Bisher kamen dem RKI-Wochenbericht zufolge 28 Covid-Erkrankte, bei denen Omikron nachgewiesen wurde, ins Krankenhaus, eine Person ist nachweislich verstorben.

Quelle: ntv.de, spl/rts/dpa

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