Panorama

Hunderte Hirsche geköpft Wilderer zum "Bambi"-Schauen verdonnert

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Können Bambi und Klopfer das Herz des Wilderers erweichen?

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Walt-Disney-Klassiker "Bambi" hat Generationen zum Weinen gebracht. Nun soll die tragische Geschichte des Hirschkalbs einen notorischen Wilderer zur Besinnung bringen. Der 29-Jährige trennte Hunderten Hirschen den Kopf ab.

Ein Wilderer ist in den USA dazu verdonnert worden, im Gefängnis jeden Monat den Walt-Disney-Klassiker "Bambi" anzuschauen. Richter Robert George verhängte im US-Bundesstaat Missouri eine einjährige Haftstrafe gegen den Wiederholungstäter David Berry. Er verfügte zudem, vor dem 23. Dezember müsse Berry im Gefängnis erstmals "Bambi" anschauen - und dann während seiner Haftstrafe jeden Monat mindestens ein weiteres Mal.

Der 29-jährige Berry hatte zusammen mit seinem Vater und beiden Brüdern gegen "eine Riesenliste" von Jagdgesetzen verstoßen und über einen Zeitraum von drei Jahren illegal Hunderte Hirsche getötet, meistens bei nächtlichen Jagden. Die Wilderer hätten die Köpfe der Tiere als Trophäen gesammelt, erklärte die Staatsanwaltschaft - und den Rest der Tierkadaver einfach liegen lassen. Die Behörden hatten Berry bereits wegen früherer Gesetzesverstöße seine Jagdlizenz entzogen.

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David Berry erwartet ein besonderes Film-Programm im Gefängnis.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Zeichentrickfilm "Bambi" aus dem Jahr 1942 erzählt die Geschichte des großäugigen Hirschkalbs Bambi, dessen Mutter von Jägern erschossen wird. Es wird vom Vater großgezogen und von seinen tierischen Freunden Klopfer und Blume durchs Leben begleitet. Da Rehe in Nordamerika nicht vorkommen, setzte Walt Disney auf den heimischen Weißwedelhirsch, dessen Nachwuchs den Kitzen von Rehen sehr ähneln und das europäische Publikum wohl weniger irritierten.

Der Klassiker hat Generationen von Kinogängern zum Weinen gebracht - Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Ob er Wilderer zur Einsicht bringt, dürfte aber zumindest fraglich sein. Randy Doman, Leiter der Naturschutzbehörde in Missouri, zeigte sich dennoch beeindruckt von der vom Richter verhängten Zusatzstrafe. Damit wolle der Richter die Taten des Verurteilten in einen größeren Zusammenhang stellen.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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