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Kurzfristige Absage Witwe fehlt bei Kohl-Platz-Eröffnung

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Maike Kohl-Richter.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

In Mainz wird zu Ehren des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl ein Platz eingeweiht. Auch die Witwe, Maike Kohl-Richter, ist eingeladen. Doch im letzten Moment sagt sie ab. Für ihre Entscheidung nennt sie auch einen Grund.

Die Witwe von Altkanzler Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, hat entgegen der ursprünglichen Planung nicht an der Einweihung des Helmut-Kohl-Platzes in Mainz teilgenommen. Sie habe den Termin an diesem Dienstagnachmittag aus privaten Gründen kurzfristig absagen müssen, teilte die Pressestelle der Stadt Mainz mit.

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Mainz hat jetzt einen Helmut-Kohl-Platz.

(Foto: dpa)

Die Feierlichkeit fand dennoch statt. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner nannte den im vergangenen Jahr gestorbenen CDU-Politiker einen Motor Europas. "Helmut Kohl war der größte Rheinland-Pfälzer, den unser Land hervorgebracht hat", sagte sie. Oberbürgermeister und SPD-Politiker Michael Ebling sagte, Kohl habe sich immer mit Mainz verbunden gefühlt. Der Platz in der Nähe seines früheren politischen Wirkens in Landtag und Staatskanzlei solle das Gedenken bewahren. Kohl wäre am Dienstag 88 Jahre alt geworden. Der Helmut-Kohl-Platz liegt in Sichtweite von Landtag und Staatskanzlei, wo Kohl unter anderem als CDU-Landtagsfraktionschef und als Ministerpräsident wirkte.

Die Zeitschrift "Bunte" erfuhr von der Protokoll-Chefin Sibylle von Roetgen, dass die Witwe ihr gegenüber erklärt habe, dass Kohl-Richter den Auftritt abgesagt habe, weil sie das "emotional noch nicht schaffe". Die zweite Frau des verstorbenen Altkanzlers zeigt sich ohnehin nur ganz selten in der Öffentlichkeit.

"Ich gelte als Monster"

Um Maike Kohl-Richters Person gab es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen. Zum einen sorgte ihr Umgang mit Kohls Erbe für Kritik, zum anderen ging auch ihr Streit mit den Söhnen des Altkanzlers durch die Medien.

Im Gespräch mit dem Magazin "Stern" sagte die Witwe: "Ich gelte als Monster, das die armen Kinder von Vater und Großvater fernhält." In den Medien werde viel Unwahres über sie verbreitet und sie habe zahlreiche Briefe erhalten, in denen sie beschimpft worden sei. "Ich fühle mich wie Freiwild, das zum Abschuss freigegeben ist".

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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