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Impfportal für Vakzin-Suchende Wo kann ich mein U12-Kind impfen lassen?

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Geimpft gegen Pneumokokken, Meningokokken, Masern, HPV - und jetzt gegen Covid-19? Viele Eltern wünschen sich das für ihre Kinder.

(Foto: picture alliance / Laci Perenyi)

Sie wollen Ihr Kind gegen Covid-19 impfen lassen, wissen aber nicht wo? Es gibt ein Portal, auf dem Eltern, Ärztinnen und Ärzte sich zusammengetan haben, um diese Anlaufstellen transparent zu machen. Denn noch immer wirkt es so, als wäre "sein Kind zu impfen" etwas Verbotenes – ist es aber nicht.

Deutschland ist in der komfortablen Lage, seine Bürgerinnen und Bürger impfen lassen zu können. Nicht alle aber wollen das, wofür andere Menschen in anderen Ländern sonst was geben würden. Die Deutschen sind nun mal kompliziert. Wer jedoch geimpft ist, sich deswegen sicherer und geschützter fühlt, ein möglichst normales Leben führen will und das alles auch seinen Kindern angedeihen lassen möchte, aber niemanden findet, der das Kind impft, der kann auf "u12schutz.de" schauen. Dort wird suchenden Eltern legal geholfen.

Auf dem Portal können Eltern Kontakt zu impfbereiten Praxen anbahnen lassen, denn Kinder unter 12 Jahren zu impfen ist weder fahrlässig noch verboten. Das Portal klärt Eltern über rechtliche Umstände und praktische Fragen auf. Das Portal sieht sich nicht nur als Service für Eltern, die ihre Kinder impfen lassen wollen, sondern will auch dazu beitragen, dass sich mehr Ärztinnen und Ärzte daran beteiligen, Kinder unter 12 Jahren zu impfen.

"u12schutz.de" ist sicher ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer flächendeckend geimpften Gesellschaft, es ist jedoch kein Wundermittel, um impfwillige Eltern unkompliziert und flächendeckend an eine Impfmöglichkeit gelangen zu lassen. Das liegt zum einen daran, dass viele Kinderärztinnen und -ärzte trotz Zulassung nicht impfen werden, solange die STIKO keine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hat - mit einer Entscheidung diesbezüglich ist kurzfristig nicht zu rechnen. Zum anderen wird noch immer die Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder erwartet, immerhin noch in dieser Woche. Ob das Vakzin dann aber auch verfügbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Laut Bundesgesundheitsministerium sollen die Impfungen frühestens ab dem 20. Dezember zur Verfügung stehen. Und die europäische Arzneimittelbehörde EMA stellt in Aussicht, möglichst bis Weihnachten über eine Zulassung des Biontech/Pfizer-Präparats für Kinder ab fünf Jahren zu entscheiden.

Wer ist "u12schutz.de"?

Laut Berliner "Tagesspiegel" gehören zum Netzwerk von "u12schutz.de" mehr als 50 Ärztinnen und Ärzte, von denen einige mehr als 500, manche sogar mehr als 1000 Kinder unter 12 Jahren geimpft haben sollen. Einer der Initiatoren geht davon aus, dass in Deutschland bereits mehr als 20.000 Kinder in dieser Altersgruppe geimpft wurden. Diejenigen, die Kinder unter 12 Jahren impfen oder impfen lassen, sehen sich teils massiven Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. Daher gibt das Portal die Identität der Mitmachenden nicht mit vollem Namen zu erkennen.

Das Zögern der Ärztinnen und Ärzte ist nicht darin begründet, dass sie die Wirksamkeit einer Impfung für Kinder anzweifeln, sondern ist juristischer Natur: Selbst wenn sie die Kinderimpfungen fachlich für sinnvoll hielten, schreckten sie vor allem wegen nicht verbindlich geklärter Fragen zur Haftung davor zurück.

Dass der Bedarf riesig ist, zeigt ein Blick in die sozialen Netzwerke: Dort tauschen sich Eltern vor allem bereits vorerkrankter Kinder aus. Ist der Kontakt einer impfwilligen Praxis bekannt, kann diese davon ausgehen, überrannt zu werden. Die sogenannten "Off-Label"-Impfungen sind legal und werden regulär im Impfausweis dokumentiert.

In Israel werden Kinder bereits geimpft

In Israel haben die Corona-Impfungen von Kindern zwischen 5 und 11 Jahren Anfang dieser Woche mit Biontech begonnen. Das Vakzin wird den Kindern in zwei Impfungen mit einer Dosierung von jeweils zehn Mikrogramm gespritzt. Laut Pfizer beträgt der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung durch die Impfung in dieser Altersgruppe 90,7 Prozent.

Es sei "keine leichte Entscheidung" gewesen, aber nachdem "wir die Daten studiert und die Informationen über die Millionen von geimpften Kindern in den USA gelesen haben, haben wir entschieden, unsere Kinder impfen zu lassen", sagt eine Mutter in einer Tel Aviver Klinik.

In den USA ist der Biontech/Pifzer-Impfstoff bereits seit Anfang des Monats für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren zugelassen. Kanada gab am vergangenen Freitag grünes Licht für die Impfung von Kindern dieser Altersgruppe mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin. China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kambodscha und Kolumbien haben ebenfalls damit begonnen, Kinder unter 12 Jahren zu impfen, allerdings mit chinesischen Vakzinen.

Quelle: ntv.de, mit AFP

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