Panorama

Dutzende Reisende vermisstZahl der Todesopfer nach Zugunglück in Spanien steigt

20.01.2026, 07:42 Uhr
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Spaniens Verkehrsminister Puente spricht von einem "sehr seltsamen" Unglück. (Foto: REUTERS/Susana Vera)

Zwischen Madrid und Malaga entgleisen zwei Züge auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke. 43 Menschen sterben bei dem Unglück, genauso viele werden vermisst. Die Behörden gehen vom Schlimmsten aus und suchen jetzt unter den Wracks.

Nach dem verheerenden Bahnunglück im Süden Spaniens ist die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben auf mindestens 43 gestiegen. Laut Innenminister Fernando Grande‑Marlaska wurden 40 Leichen geborgen, 3 weitere seien nun im Zug entdeckt worden, während ebenso viele Vermisstenmeldungen vorliegen. 41 weitere Menschen würden derzeit im Krankenhaus behandelt, davon 12 auf der Intensivstation, erklärten die Behörden der Region Andalusien. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer aus und kündigte Aufklärung an.

Den andalusischen Behörden zufolge werden auch vier Kinder derzeit im Krankenhaus behandelt. Andalusiens Regierungschef Juan Manuel Moreno sagte bei einer Pressekonferenz, in den kommenden 24 bis 48 Stunden "werden wir mit Sicherheit wissen, wie viele Todesfälle es bei diesem schrecklichen Unfall gab". Fünf der als vermisst gemeldeten Menschen konnten den spanischen Behörden zufolge bereits unter den Todesopfern identifiziert werden.

Rettungskräfte versuchten derweil weiterhin, möglicherweise unter den stark beschädigten Waggons eingeklemmte Leichen zu bergen. Laut Andalusiens Regierungschef Moreno ist es "leider durchaus möglich, dass sich unter den Trümmern weitere Opfer befinden". Es komme daher schweres Gerät zum Einsatz, um die am schwersten beschädigten Waggons anzuheben. Ziel sei es, "die Opfer so schnell wie möglich zu identifizieren".

Strecke saniert, Zug "praktisch neu"

Das Unglück hatte sich am Sonntagabend im Süden Spaniens ereignet. Nach Behördenangaben entgleiste ein Zug auf gerader Strecke zwischen Málaga und Madrid nahe dem Ort Adamuz aus bislang ungeklärter Ursache und krachte mit einem entgegenkommenden Zug zusammen, der ebenfalls entgleiste.

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente sprach von einem "sehr seltsamen" Unglück. Es sei kaum zu erklären, warum der erste Zug auf gerader Strecke entgleist sei. Die betroffene Bahnstrecke sei vollständig saniert und der Zug "praktisch neu" gewesen.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in dem Abschnitt habe bei 250 Kilometern pro Stunde gelegen, teilten die Behörden mit. Die beiden Züge seien mit 205 und 210 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen.

Spaniens Ministerpräsident Sánchez sprach von einer "Nacht des tiefen Schmerzes" für das Land. Bei einem Besuch in Adamuz nahe der Unglücksstelle kündigte der Regierungschef eine gründliche Untersuchung des Unfalls an und versprach "absolute Transparenz".

Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Madrid und Andalusien verzögert sich nach Angaben des spanischen Verkehrsministers weiter. Angesichts der Schäden an den Gleisen könne die Strecke erst wieder "um den 2. Februar herum" befahren werden, erklärte Puente.

Es ist das schwerste Zugunglück in Spanien seit 2013. Damals waren 80 Menschen ums Leben gekommen, als ein Zug nahe Santiago de Compostela auf kurviger Strecke entgleiste. Unglücksursache war damals überhöhte Geschwindigkeit.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa/AFP

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