Panorama

Berlin erstrahlt in Regenbogen Zehntausende feiern ausgelassen den CSD

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Die Polizei erwartet bis zu 20.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei der diesjährigen Parade in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Ausfall der Christopher-Streetday-Demonstration 2020 kann dieses Jahr die alljährliche Protestaktion in Berlin wieder stattfinden. Auf der Straße tummeln sich Tausende Menschen und feiern bunt und ausgelassen. Die Corona-Auflagen wie die Maskenpflicht lässt Teilnehmerinnen und Teilnehmer kreativ werden.

Ausgelassen und bunt verkleidet haben sich in Berlin-Mitte Tausende Menschen den Christopher Streetday gefeiert. Trotz Alkoholverbots und strenger Sicherheitsauflagen wegen der Corona-Pandemie tanzten die Menschen zu Techno-Bässen von mehreren Lastwagen und demonstrierten für die Rechte von Homosexuellen. Nach Angaben der Polizei gab es rund 35.000 Teilnehmende. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller rief zur Solidarität mit verfolgten Schwulen, Lesben und Transgender auf. Unter den Teilnehmenden ist auch Kultursenator Klaus Lederer von der Linken.

Müller rief zur Solidarität auf. Zwar sei das heutige Berlin "weltoffen und liberal", jedoch sei auch in der "Regenbogenhauptstadt Europas" homophobes Denken und Handeln ein Problem, erklärte der SPD-Politiker. "Dem müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen." In vielen anderen Ländern weltweit sei die Situation für die LGBT-Community deutlich schwieriger als hierzulande, selbst in Europa. Daher müsse auch an diejenigen Menschen gedacht werden, die bei ihrem Engagement für Gleichstellung und Respekt "in Kauf nehmen müssen, ausgegrenzt, verfolgt oder inhaftiert zu werden".

Die Parade führte unter anderem am Brandenburger Tor und der Siegessäule vorbei und fand unter strengen Hygieneauflagen wie Masken und Abstand statt. Die Veranstalter erinnerten immer wieder an die Regeln - die meisten Teilnehmenden hielten sich auch daran. Die Veranstalter hatten zudem dazu aufgerufen, auf Alkohol zu verzichten.

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Mit Schildern wie "Allah loves Equality" demonstrieren die Menschen für die Rechte von LGBTIQ-Personen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch die Polizei machte die Teilnehmenden unter anderem über Twitter auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam. "Durch die Pandemie wird die diesjährige Demonstration ihren Fokus auf eine nahezu reine Demo mit Protestzug-Charakter legen", hatten die Veranstalter zuvor angekündigt.

Die Partystimmung ließen sich die Demonstranten davon indes nicht austreiben. Aber auch Plakate haben sie dabei, darauf steht etwa "Free Britney" (zu einem Foto von Britney Spears) oder "Allah loves Equality".

Die CSD-Parade geht auf die Ereignisse Ende Juni 1969 in New York zurück: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Homosexuellen-Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen aus.

Quelle: ntv.de, jru/dpa/AFP

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