Panorama

Schneechaos auf der A2 Zu viele Lkw-Fahrer ignorierten Verbot

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Lastwagen stauen sich an der A2 bei Dortmund an der Abfahrt auf einem Parkplatz.

(Foto: dpa)

Schneemassen sorgen auf der A2 für ein Verkehrschaos, obwohl eigentlich ein Fahrverbot für Lastwagen galt. Doch das ignorierten viele Fahrer - zu viele, wie es nun von der Autobahn-Gesellschaft heißt. Das hat einfache Gründe.

Das nächtliche Schneechaos auf der A2 ist aus Sicht der Autobahn GmbH Westfalen maßgeblich durch Lastwagenfahrer mitverursacht worden, die sich nicht an das Autobahn-Fahrverbot bis 22 Uhr gehalten haben. Viel zu viele Lastwagenfahrer hätten das Verbot missachtet, sagte Autobahn-Sprecher Bernd Löchter in Hamm. Die Aufhebung des Verbots ab 22 Uhr habe die Situation dann auch nicht mehr deutlich verschlimmert. "Staus hatten wir ja da schon. Da hatten wir schon Not durchzukommen. Insofern war es da eigentlich schon zu spät."

Grund für die Aufhebung des Fahrverbots zu 22 Uhr seien Informationen gewesen, dass die starken Schneefälle nach Norden wegzögen, sagte Löchter. Dann habe die Behörde keinen Grund mehr gesehen, ein Lkw-Verbot aufrechtzuerhalten, zumal die Not der Spediteure groß sei, fahren zu müssen, um ihre Lieferketten und Termine einzuhalten. "So ein Verbot hält man nicht länger aufrecht als unbedingt nötig", sagte Löchter. "Die haben hier im Sekundentakt angerufen, ich habe Telefonate mit Polen, mit Holland geführt."

Bei so schweren Schneefällen wie in der vergangenen Nacht stoße jeder Winterdienst an seine Grenzen, sagte Löchter. Irgendwann seien Schneedecken festgefahren, sodass auch Salz nicht mehr weiterhelfe. Die 440 Einsatzkräfte der Autobahnmeistereien in Westfalen arbeiteten an der Belastungsgrenze, sagte der Sprecher. Aber wenn Lastwagen quer stünden und die Fahrbahn blockierten, könnten sie nichts ausrichten. Ein Lastwagen habe sogar - noch während des Fahrverbotes - ein Einsatzfahrzeug links überholt, sagte Löchter. Ein Lastwagenfahrer habe ihn angerufen und gefragt, was Verstöße kosteten. Der Chef des Mannes habe vorher zu dem Fahrer gesagt: "Ein Punkt und 60 Euro Strafe - dafür können Sie's doch ruhig riskieren", berichtete Löchter.

Die Durchsetzung der Verbote sei Sache der Polizei, nicht seine, sagte Löchter. Er könne die Wirksamkeit der Bußen nicht beurteilen. "Aber jedenfalls, es muss funktionieren." Die Auffahrten auf die A2 in Ostwestfalen waren auch am Dienstagmittag gesperrt. Nach Angaben der Polizei sollen die Räumdienste nach dem heftigen Schneefall der letzten Tage die Spuren räumen und Eisreste beseitigen. Der Verkehr fließt demnach wieder in beide Fahrtrichtungen. Dafür staut es sich jetzt aber auf den Zufahrtsstraßen zur A2.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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